
Bitcoin gegen Gold: Kann Bitcoin dank ETFs Boden gewinnen?
Bitcoin gegen Gold: Kann Bitcoin dank ETFs gegenüber Gold an Boden gewinnen? JPMorgan sieht Potenzial – Short-Positionen bei Bitcoin-ETFs könnten zum.
Redaktionelle Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Markt- und Konditionsangaben sind Momentaufnahmen; prüfe aktuelle Bedingungen vor einer Entscheidung direkt beim Anbieter.
Zwei der erfolgreichsten Staatsfonds der Welt erwarten deutlich weniger Rückenwind für US-Aktien. Millionen deutsche ETF-Sparer merken das früher, als vielen lieb ist. Denn wer MSCI World oder S&P 500 im Depot hat, ist längst stärker von der Wall Street abhängig, als der Name „Welt-ETF“ vermuten lässt. Was die Warnung konkret bedeutet, was du jetzt prüfen solltest und wo die Grenzen der Staatsfonds-Prognose liegen, liest du hier.

Staatsfonds investieren über Jahrzehnte, müssen keine Quartalsziele erfüllen und verwalten enorme Vermögen. Genau deshalb lohnt der Blick auf ihre Einschätzungen.
Umso bemerkenswerter ist, dass gleich zwei besonders erfolgreiche Adressen vor zu hohen Erwartungen an den Aktienmarkt warnen: der New Zealand Superannuation Fund und der norwegische Staatsfonds, der größte seiner Art weltweit.
Beide schicken im Kern dieselbe Botschaft: Wer über Jahre Vermögen aufbauen will, sollte sich nicht darauf verlassen, dass die Gewinner der vergangenen Jahre auch die nächsten Jahre dominieren.
Der neuseeländische Fonds erzielte im Geschäftsjahr bis Ende Juni 14,17 Prozent Rendite und wuchs auf 94,4 Milliarden Neuseeland-Dollar. Über 20 Jahre gehört er zur Weltspitze. Global SWF führt ihn mit zuletzt 9,93 Prozent Prozent durchschnittlicher Jahresrendite als erfolgreichsten Staatsfonds über diesen Zeitraum.
Trotz dieser starken Zahlen rechnen die Fondsmanager künftig mit weniger Rückenwind, vor allem bei US-Aktien. Jo Townsend, Chefin der neuseeländischen Fondsgesellschaft, sagte laut CNBC: „Die Renditen von US-Aktien in den letzten zwei Jahren lagen fast doppelt so hoch wie die annualisierten Renditen der letzten 20 Jahre, daher ist zu erwarten, dass es irgendwann zu einer Rückkehr zum Mittelwert kommen wird.“
Das ist ein wichtiger Unterschied. Eine Rückkehr zum Mittelwert kann einen Kursrückgang bedeuten. Sie kann aber ebenso durch mehrere Jahre mit nur mäßigen Kursgewinnen erfolgen. Townsend fügt hinzu: „Kurzfristig kann ein konzentriertes Portfolio gute Ergebnisse erzielen; langfristig sind wir jedoch der festen Überzeugung, dass ein diversifizierteres Portfolio besser zu unserem Mandat passt.“
Aktien bleiben also wichtig. Aktien werden aber gezielter mit anderen Bausteinen kombiniert. Das ist die Logik, die auch Privatanleger verstehen sollten.
Ähnlich argumentiert Nicolai Tangen, Chef des norwegischen Staatsfonds. Er erzielte im ersten Halbjahr 2026 eine Rendite von 9,4 Prozent und einen Rekordgewinn von 1,753 Billionen norwegischen Kronen, umgerechnet rund 162 Milliarden Euro.
Trotzdem sagte Tangen bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen: „Wir sollten künftig nicht mit denselben Renditen rechnen wie in den vergangenen sechs Monaten.“
Auch das ist kein Crash-Ausblick, sondern eine Erwartungskorrektur. Genau die ist für ETF-Sparer relevant, weil viele deutsche Depots überproportional an US-Titeln hängen.
Wer einen MSCI-World-ETF im Depot hat, investiert zwar rund um den Globus, zumindest dem Namen nach. Tatsächlich führt an der Wall Street aber kaum ein Weg vorbei: Im Frühjahr 2026 entfielen rund 72 Prozent des Index auf US-Unternehmen.
Schwergewichte wie Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet prägen seine Entwicklung entsprechend stark. Steigen diese Konzerne, profitieren Millionen ETF-Sparer. Dreht die Stimmung an den US-Börsen, bekommen sie das allerdings genauso zu spüren.
Die scheinbare Diversifikation ist also oft eine US-Konzentration in Welt-Verpackung. Millionen deutsche ETF-Sparer merken das erst, wenn die US-Renditen schwächeln.
Der Begriff klingt technisch, hat aber klare Konsequenzen. Wenn die Renditen der vergangenen Jahre weit über dem langjährigen Durchschnitt lagen, gibt es zwei Wege zurück zum Mittelwert:
Für dein Portfolio heißt das: Du brauchst einen Plan für beide Szenarien. Wer nur auf das Szenario „weiter steigende Kurse“ setzt, trägt ein Klumpenrisiko, das viele unterschätzen.
Neuseelands Staatsfonds zieht aus der Warnung keine radikale Konsequenz. Aktien bleiben ein zentraler Baustein. Doch die Verantwortlichen verteilen das Risiko bewusst auf mehrere Säulen.
| Baustein | Funktion im Portfolio |
|---|---|
| Aktien | Wachstum und Inflationsschutz, weiterhin Kernbaustein |
| Anleihen | Stabilisierung bei Zinsrückgängen und Stressphasen |
| Immobilien | Realwerte mit Mieterträgen, weniger korreliert zu Aktien |
| Infrastruktur | Langfristige Cashflows, oft inflationsgekoppelt |
| Forstwirtschaft und Private Beteiligungen | Zusätzliche Diversifikation, geringere Liquidität |
Das Modell lässt sich nicht 1:1 auf private Depots übertragen, aber das Prinzip ist übertragbar: Streuung über Anlageklassen reduziert die Abhängigkeit von einer einzigen Region.
Die Warnung ist kein Grund für Panikverkäufe. Sie ist ein guter Anlass, die eigene Depotstruktur auf den Prüfstand zu stellen. Drei Punkte reichen oft schon:
Wer diese drei Fragen ehrlich beantwortet, sieht schnell, wo das Depot tatsächlich diversifiziert ist und wo es nur so aussieht.
Viele Sparer kennen das Problem nicht, weil die Positionen langsam gewachsen sind. Folgende Klumpen sind besonders häufig und sollten regelmäßig kontrolliert werden:
Ein einfacher Schritt: Rechne den USA-Anteil deines Depots einmal selbst aus. ETF-Anbieter veröffentlichen die Gewichtung, bei Einzelaktien addierst du die Werte selbst. Das Ergebnis überrascht viele.
Wichtig für die Einordnung: Weder der neuseeländische noch der norwegische Staatsfonds sagt einen Crash voraus. Beide warnen vielmehr davor, die außergewöhnlich starken Renditen der vergangenen Jahre einfach in die Zukunft fortzuschreiben.
Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob man jetzt aus Angst vor einer Schwächephase hektisch verkaufen oder den perfekten Ausstiegszeitpunkt erwischen sollte. Das ist genauso wenig sinnvoll wie blindes Halten.
Ein nüchterner Blick reicht: Es geht nicht darum, auf einen Einbruch zu wetten. Es geht darum, das Depot so aufzustellen, dass es auch dann funktioniert, wenn US-Aktien über Jahre deutlich weniger liefern als zuletzt.
Wer die Warnung der Staatsfonds ernst nimmt, muss nicht alles umschichten. Es reicht oft, drei Dinge anzupassen:
Diese drei Punkte klingen wenig spektakulär, wirken aber über Jahre. Genau wie bei den großen Staatsfonds, die nicht auf den perfekten Ausstiegszeitpunkt warten, sondern Strukturen bauen, die Schwächephasen abfedern.

Die Zahl von rund 72 Prozent US-Anteil im Frühjahr 2026 zeigt, wie stark sich ein „Welt-ETF“ auf ein einzelnes Land konzentriert. Diese Konzentration ist historisch gewachsen und kein Zufall.
US-Konzerne dominieren überproportional viele Zukunftsthemen, von KI-Hardware über Cloud bis zu Konsumgütern. Das treibt die Gewichtung, gleichzeitig macht es das Depot anfällig, wenn genau diese Branchen unter Druck geraten.
Ein zweiter MSCI-World-ETF oder ein S&P-500-ETF löst dieses Problem übrigens nicht. Im Gegenteil: Er erhöht die Konzentration oft noch. Diversifikation entsteht durch Beimischung anderer Regionen oder Anlageklassen, nicht durch mehr vom Gleichen.
Anleihen galten in der Niedrigzinsphase als langweilig. Mit den gestiegenen Zinsniveaus haben sie wieder eine Funktion: Sie liefern laufende Erträge und puffern Schwächephasen an den Aktienmärkten ab.
Für ETF-Sparer heißt das nicht, jetzt das halbe Depot in Anleihen zu schichten. Eine moderate Beimischung kann aber reichen, um die Schwankungen im Depot zu glätten, falls US-Aktien tatsächlich über Jahre weniger liefern als zuletzt.
Auch Immobilien-ETFs oder Infrastruktur-ETFs können diese Rolle übernehmen. Wichtig ist, dass die Bausteine unterschiedlich auf Zinsen, Inflation und Konjunktur reagieren. Genau das unterscheidet ein robustes Portfolio von einem Klumpen-Depot.
Staatsfonds handeln mit anderen Mitteln. Sie investieren direkt in Unternehmen, kaufen ganze Flughäfen oder Wälder und haben kein Liquiditätsproblem. Das brauchst du nicht nachzuahmen.
Was du aber übernehmen kannst, ist die Haltung: weniger auf kurzfristige Prognosen schauen, mehr auf Struktur setzen. Die Frage ist nicht „Wann crashen US-Aktien?“, sondern „Was passiert mit meinem Depot, wenn US-Aktien zwei oder drei Jahre in Folge nur Stagnation liefern?“.
Der Rest ist Disziplin und gelegentliches Rebalancing.
Die Warnung der beiden Staatsfonds ist kein Grund für Aktionismus. Sie ist ein Grund für einen ehrlichen Blick auf das eigene Depot. Wer versteht, dass ein MSCI-World-ETF zu rund 72 Prozent aus US-Aktien besteht, sieht die Klumpen schneller.
Die zentrale Botschaft: Aktien bleiben wichtig, auch US-Aktien. Aber die Gewinner der vergangenen Jahre müssen nicht die Gewinner der nächsten Jahre sein. Ein Depot, das auch dann funktioniert, wenn US-Aktien über Jahre schwächeln, ist langfristig robuster aufgestellt.
Prüfe deinen USA-Anteil, baue übergroße Einzelpositionen ab und streue dein Portfolio breiter über Regionen und Anlageklassen. Panikverkäufe sind der falsche Reflex. Ein durchdachter Plan ist der richtige.
Der neuseeländische und der norwegische Staatsfonds verwalten riesige Vermögen über Jahrzehnte. Sie sehen, dass die Renditen der vergangenen Jahre weit über dem langjährigen Durchschnitt lagen, und rechnen mit einer Rückkehr zum Mittelwert, also mit weniger Rückenwind für US-Aktien.
Ja. Im Frühjahr 2026 entfielen rund 72 Prozent des MSCI World auf US-Unternehmen. Ein Welt-ETF ist daher faktisch ein US-lastiger ETF mit internationalem Beifang.
Nicht panisch. Weder der neuseeländische noch der norwegische Staatsfonds sagt einen Crash voraus. Sinnvoll ist es, den tatsächlichen USA-Anteil zu prüfen und übergroße Einzelpositionen abzubauen.
Eine Beimischung von Europa, Schwellenländern oder, je nach Risikoprofil, Anleihen, Immobilien- und Infrastruktur-ETFs kann die Abhängigkeit vom US-Markt verringern und Schwächephasen abfedern.
Der Begriff bedeutet, dass die außergewöhnlich hohen Renditen der vergangenen Jahre nicht dauerhaft so weitergehen. Das kann durch einen Kursrückgang passieren oder durch mehrere Jahre mit nur mäßigen Gewinnen, bis der Durchschnitt wieder erreicht ist.
Prüfdatum: 20. September 2026
Weiterlesen

Bitcoin gegen Gold: Kann Bitcoin dank ETFs gegenüber Gold an Boden gewinnen? JPMorgan sieht Potenzial – Short-Positionen bei Bitcoin-ETFs könnten zum.

DAX bei 25.300 Punkten stabil, SAP-Aktie in enger Range gefangen. Liest du hier, warum die SAP-Aktie jetzt jederzeit explodieren könnte.

Deutsche Bank Aktie mit Tagesminus von 2,4% nach volatilem Handelstag. UBS skizziert Long- und Short-Szenario. Jetzt Chartanalyse lesen.