
Baader Bank und OSKAR bauen Kooperation für Altersvorsorgedepot aus
Baader Bank und OSKAR erweitern ihre Kooperation für ein neues Altersvorsorgedepot. Was Anleger wissen sollten und was ab 2027 kommt, liest du hier.
Redaktionelle Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Markt- und Konditionsangaben sind Momentaufnahmen; prüfe aktuelle Bedingungen vor einer Entscheidung direkt beim Anbieter.

Staatsanleihen locken derzeit mit einer Rendite, die viele Sparer lange nicht mehr gesehen haben. Etwa 3,5 Prozent p. a. bekommst du, wenn du dem deutschen Staat Geld über zehn Jahre leihst. Das ist die höchste Rendite seit rund 15 Jahren.
Damit wirkt die scheinbar sichere Geldanlage plötzlich wieder attraktiv. Kein Wunder, dass viele Anlegerinnen und Anleger überlegen, ob jetzt der perfekte Zeitpunkt für den Einstieg ist. Doch so einfach ist die Sache leider nicht.
Gleich mehrere Ursachen sorgen dafür, dass die Renditen bei Staatsanleihen aktuell steigen. Der wichtigste Grund sind die gestiegenen Energiepreise. Sie erhöhen die Sorge, dass die Inflation in Europa hoch bleibt.
Das wirkt sich doppelt aus. Steigt die Inflation, kostet dich das Rendite, weil dein Geld real weniger wert ist. Dafür wollen Anlegerinnen und Anleger einen Ausgleich, wenn sie Geldanlagen mit festem Zins wählen.
Zusätzlich erhöhen Notenbanken wie die EZB und die Fed die Leitzinsen, weil die hohen Energiepreise Inflation auslösen. Das hebt das Zinsniveau am gesamten Markt. Auch neue Anleihen werden deshalb mit höheren Zinsen ausgegeben.
Das klingt paradox, vor allem wenn du ETFs auf Aktien kennst. Doch bei Anleihen gilt eine eigene Logik. Die Rendite beschreibt, wie viel du rausholst, wenn du die Anleihe jetzt kaufst und dann hältst, bis sie fällig ist.
Sinkt der Kurs, kaufst du günstiger ein. Und machst so am Ende mehr Rendite im Vergleich zu einem höheren Kurs, sofern du die Anleihe bis zum Schluss hältst. Ältere Anleihen mit niedrigerem Zins werden dadurch unattraktiver, ihre Kurse fallen, und die Rendite steigt.
Zwei weitere Faktoren treiben die Renditen nach oben. Erstens: Viele Staaten brauchen Geld und bringen deshalb Anleihen auf den Markt. Damit sie dort Abnehmer finden, müssen die Zinsen gut sein. Attraktive neue Zinsen drücken dann auf die Kurse älterer Anleihen.
Zweitens: Notenbanken kaufen weniger Staatsanleihen als früher, dadurch ist die Nachfrage am Markt geringer. Die Kurse sinken, und die Rendite steigt weiter. Das ist die Mechanik, die du verstehen musst, bevor du einsteigst.
Die sinkenden Kurse wirken sich auch auf Anleihen-ETFs aus. Auch deren Kurse fallen, wenn die Renditen steigen. Genau aus diesem Grund empfiehlt Finanztip solche ETFs nicht als Sicherheitsbaustein.
Ein guter Sicherheitsbaustein sollte möglichst keinen Schwankungen unterliegen. Genau das leisten Anleihen-ETFs in der aktuellen Phase nicht. Wer hier einsteigt, muss mit schwankenden Kursen rechnen, auch wenn die Endrendite am Ende stimmen mag.

Wenn du auf der Suche nach einem stabilen Baustein bist, führen dich drei Wege meistens besser. Tagesgeld, Festgeld und Geldmarkt-ETFs sind die Alternativen, die Finanztip in diesem Umfeld nennt.
Speziell mit Festgeld bekommst du im Regelfall höhere Zinsen, als sie aktuell in Anleihen drin sind: Bundesanleihen bieten rund 3,5 Prozent Rendite, Festgeld kann da je nach Laufzeit und Anbieter mithalten oder darüber liegen. Die Werte schwanken jedoch je nach Bank und Aktion.
Bei Geldmarkt-ETFs spürst du die Schwankungen deutlich weniger. Sie halten entweder sehr kurz laufende Anleihen oder bilden einen kurzfristigen Referenzzins der EZB nach. Deswegen wirken sich die Turbulenzen bei den langlaufenden Staatsanleihen in deinem Geldmarkt-ETF fast gar nicht aus.
Staatsanleihen bieten gerade eine attraktive Rendite, aber der Einstieg ist nicht so selbstverständlich, wie die Prozentzahl vermuten lässt. Wer vor dem Kauf die Mechanik von Kurs und Rendite nicht versteht, riskiert böse Überraschungen im Depot.
Kurz gesagt: Wenn du die Anleihe bis zur Fälligkeit hältst, bekommst du die versprochene Rendite. Wirst du vorher nervös und verkaufst, können Kursverluste deine Rendite auffressen. Deshalb eignet sich diese Anlage vor allem für Anlegerinnen und Anleger mit viel Geduld und einem klaren Plan.
Staatsanleihen locken mit 3,5 Prozent, und das ist tatsächlich ein Wert, den du seit Jahren nicht gesehen hast. Trotzdem heißt das nicht automatisch, dass ein Direktkauf die beste Lösung ist.
Wer auf Sicherheit setzt, ist mit Tagesgeld, Festgeld oder einem Geldmarkt-ETF oft besser bedient. Diese Alternativen schwanken weniger und bieten in vielen Fällen ähnlich gute oder bessere Zinsen. Bevor du also in Staatsanleihen einsteigst, prüfe genau, was dein Geld in den nächsten Jahren machen soll.
Am Ende zählt, was zu deinem Plan passt. Rendite ist nicht alles, Sicherheit und Planbarkeit spielen eine ebenso große Rolle.
Solange der deutsche Staat seine Schulden bedient, bekommst du dein Geld samt Zinsen zurück. Das Risiko liegt vor allem im Kurs, wenn du vor der Fälligkeit verkaufst. Die Endrendite gilt nur, wenn du bis zum Ende hältst.
Wenn die Kurse sinken, kannst du die Anleihe günstiger kaufen. Bis zur Fälligkeit bekommst du aber den vollen Nennwert, deshalb steigt die effektive Rendite für neue Käufer. Das ist die normale Mechanik am Anleihemarkt.
Anleihen-ETFs schwanken mehr als einzelne Anleihen und eignen sich laut Finanztip nicht als reiner Sicherheitsbaustein. Für mehr Stabilität sind Tagesgeld, Festgeld oder Geldmarkt-ETFs die bessere Wahl.
Festgeld ist eine Bankeinlage mit festem Zins über eine bestimmte Laufzeit. Eine Staatsanleihe ist ein Wertpapier, dessen Kurs während der Laufzeit schwanken kann. Der Zins ist ähnlich, das Risiko ist aber unterschiedlich verteilt.
Wenn du die Anleihe bis zur Fälligkeit halten kannst, ist der Zins attraktiv. Wer aber flexibel bleiben will oder keinen Kursverlust riskieren möchte, ist mit Festgeld oder einem Geldmarkt-ETF oft besser bedient.
Prüfdatum: 26. September 2026
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