
Zinsen, Öl, Inflation: Diese 3 Aktien sind defensiver aufgestellt
Öl bei fast 100 Dollar, hohe Zinsen, steigende Kosten: Welche 3 Aktien sind jetzt defensiver aufgestellt? Coca-Cola, Procter & Gamble und Mastercard im Check.
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Die SAP-Aktie war jahrelang ein Liebling der deutschen Anleger. Dann kam der Kursrutsch, und wer nicht aufgepasst hat, sitzt jetzt auf einem satten Verlust.
Wer SAP auf dem Höchststand gekauft hat, schaut aktuell auf ein Minus von fast 40 Prozent. Das tut weh. Und trotzdem fragt man sich: Ist jetzt vielleicht genau der richtige Zeitpunkt zum Einsteigen?
Die Antwort ist komplizierter als ein simples Ja oder Nein. Denn obwohl der Konzern operativ nicht schlecht dasteht, fehlt dem Chart noch das, worauf erfahrene Anleger warten: ein sauberes, bestätigtes Kaufsignal.

In den vergangenen zwölf Monaten hat die SAP-Aktie einen Kurs-Einbruch erlebt, den viele so nicht erwartet hatten. Vom Hochpunkt bei rund 250 Euro fiel das Papier zeitweise auf unter 155 Euro. Das sind, wenn man es nüchtern durchrechnet, knapp 38 Prozent minus.
Zum Vergleich: Der DAX verlor im gleichen Zeitraum rund 12 Prozent. SAP hat also deutlich schlechter performed als der Gesamtmarkt. Für eine Aktie, die noch vor nicht allzu langer Zeit als „sichere Bank“ galt, ist das eine bemerkenswerte Entwicklung.
Ausgelöst wurde der Rückgang durch eine Kombination aus enttäuschten Wachstumserwartungen, einem schwächeren Cloud-Geschäft als erhofft und einem allgemein rauer gewordenen Umfeld für Tech-Aktien. Dazu kamen Zinssorgen, die den gesamten Sektor belasteten.
Wer jetzt denkt, dass bei minus 40 Prozent automatisch ein Schnäppchen vorliegt, der irrt sich. Ein gefallenes Messer aufzufangen ist eine Strategie, die regelmäßig Finger kostet.
Trotz des Kurseinbruchs hat der Konzern zuletzt solide Zahlen geliefert. Der Cloud-Umsatz stieg im letzten berichteten Quartal um 26 Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro. Das ist ein anständiges Wachstum, keine Frage.
Der operative Gewinn lag bei rund 1,9 Milliarden Euro was die Erwartungen der Analysten leicht übertraf. SAP ist kein strauchelndes Unternehmen, das ums Überleben kämpft. Die Substanz stimmt.
Allerdings: Der Markt hatte mehr erwartet. Wachstumswerte werden nicht daran gemessen, ob sie gut sind, sondern ob sie besser sind als erwartet. Und da hat SAP in mehreren Quartalen hintereinander etwas zu wenig geliefert. Das straft der Markt ab, manchmal überproportional.
Das Cloud-Geschäft wächst, aber langsamer als die Konkurrenz wie Salesforce oder ServiceNow. Genau das ist der Knackpunkt, der den Kurs weiter unter Druck hält.
Wer rein auf die Fundamentaldaten schaut, könnte sagen: SAP ist günstig bewertet, also kaufen. Doch technische Analysten sehen das anders. Und in diesem Fall haben sie ein Argument.
Der Kurs kämpft seit Wochen mit der 200-Tage-Linie die aktuell bei etwa 178 Euro verläuft. Solange SAP diese Zone nicht nachhaltig von unten nach oben durchbricht und sich dort festsetzt, fehlt das klassische Kaufsignal.
Konkret bedeutet das: Ein Schlusskurs über der 200-Tage-Linie an zwei bis drei aufeinanderfolgenden Handelstagen, idealerweise mit überdurchschnittlichem Handelsvolumen wäre ein erstes klares Signal. Dieses Muster fehlt Stand heute noch.
Dazu kommt: Der RSI (Relative Stärke Index) pendelt im neutralen Bereich zwischen 45 und 50. Weder überkauft noch überverkauft. Der Chart ist unentschieden, und unentschiedene Charts sind selten gute Einstiegspunkte.
Bei rund 150 bis 155 Euro liegt eine technisch wichtige Unterstützungszone. Hier hat die Aktie in der Vergangenheit mehrfach gedreht. Das ist kein Zufall, sondern das kollektive Gedächtnis des Marktes in Chartform.
Hält diese Zone, haben Käufer ein klar definiertes Risiko. Wer bei 155 Euro einsteigt und einen Stop-Loss bei 145 Euro setzt, riskiert rund 6,5 Prozent seines eingesetzten Kapitals. Das ist überschaubar.
Bricht die Unterstützung jedoch, ist das nächste relevante Niveau erst bei 135 bis 138 Euro zu finden. Das wäre dann nochmal ein Rückgang von gut 12 Prozent vom aktuellen Niveau. Kein schönes Szenario, aber eines, das man nicht ausschließen sollte.
Auf der Oberseite: Gelingt der Ausbruch über 178 Euro mit Volumen, ist das nächste Ziel der Bereich um 195 bis 200 Euro. Das entspräche einem Aufwärtspotenzial von gut 25 Prozent vom aktuellen Kurs.
Nach dem Kursrückgang von minus 40 Prozent handelt die SAP-Aktie zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 28 (auf Basis der 2026er Schätzungen). Das klingt zunächst hoch, ist aber für ein Unternehmen mit stabilen Margen und wiederkehrenden Cloud-Umsätzen vertretbar.
Zum Vergleich: Salesforce kommt auf ein KGV von rund 32, ServiceNow liegt sogar bei über 40. SAP ist also relativ zur Konkurrenz nicht teuer. Eher sogar leicht günstiger bewertet als die Peer-Group.
Was viele unterschätzen: SAP hat einen enormen Burggraben. Wer SAP-Software einmal im Unternehmen hat, schmeißt sie so schnell nicht wieder raus. Die Wechselkosten sind brutal hoch. Das schützt die Umsätze, auch wenn das Wachstum mal schwächer ausfällt.
Die Dividendenrendite liegt aktuell bei rund 1,4 Prozent. Wer auf Dividende aus ist, wird hier nicht glücklich. SAP ist ein Wachstumswert, kein Ausschütter.
| Kennzahl | SAP (2026e) | Salesforce (2026e) | ServiceNow (2026e) |
|---|---|---|---|
| KGV | 28 | 32 | 42 |
| Cloud-Wachstum (letzte Q) | +26 % | +24 % | +29 % |
| Operative Marge | ~29 % | ~31 % | ~27 % |
| Dividendenrendite | 1,4 % | 0,6 % | 0,0 % |
| Kursrückgang (12 Monate) | -38 % | -14 % | -18 % |
Ehrlich gesagt ist die Bewertung von SAP derzeit fairer als sie es vor einem Jahr war. Das allein ist aber kein Kaufgrund. Eine faire Bewertung kann noch fairer werden, wenn der Markt die Geduld verliert.
Wer SAP kaufen will, hat in Deutschland eine gute Auswahl an Brokern. Die wichtigste Frage: Was kostet eine Order?
Bei Trade Republic zahlst du pauschal 1 Euro pro Order, egal wie groß der Betrag. Für einen Einmalkauf von SAP-Aktien ist das schlagbar günstig. Die App ist simpel, der Handel läuft über Gettex.
Bei Scalable Capital hast du die Wahl: Im Free-Broker-Modell kostet jede Order 0,99 Euro im Prime-Abo (2,99 Euro pro Monat) handelst du unbegrenzt für eine monatliche Pauschale. Wer mehrmals im Monat kauft oder per Sparplan investiert, fährt mit dem Prime-Abo gut.
Bei der comdirect sieht es teurer aus: Eine Order kostet dort in der Regel 12,90 Euro plus 0,25 Prozent des Ordervolumens. Das rechnet sich erst bei sehr großen Beträgen, dafür bekommt man ein breites Serviceangebot, Depotanalyse und mehr Handelsplätze.
Kurz gesagt: Für einen einmaligen SAP-Kauf oder einen monatlichen Sparplan ist Trade Republic oder Scalable Capital die naheliegende Wahl. Wer aktiv tradet und tiefgreifendere Analysetools braucht, ist bei comdirect besser aufgehoben, zahlt dafür aber deutlich mehr.
Szenario eins, das bullische: SAP übertrifft die Quartalszahlen für Q2 2026 erneut, der Cloud-Umsatz wächst stärker als erwartet, und der Kurs bricht nachhaltig über die 200-Tage-Linie. In diesem Fall wäre ein Kurs von 200 bis 210 Euro bis Jahresende ein realistisches Ziel. Das entspräche einem Plus von rund 30 Prozent vom aktuellen Niveau.
Szenario zwei, das neutrale: SAP liefert solide, aber nicht überraschende Zahlen. Der Kurs pendelt in einer Range zwischen 150 und 178 Euro. Kein Trend, kein klarer Ausbruch. Anleger, die auf einen schnellen Gewinn gehofft haben, werden enttäuscht.
Szenario drei, das bärische: Die Unterstützung bei 150 Euro bricht, makroökonomische Faktoren belasten den Tech-Sektor erneut, und SAP rutscht in Richtung 130 bis 135 Euro. Das wäre weiteres Minus von gut 15 Prozent. Kein Crash, aber schmerzhaft für alle, die „zu früh“ eingestiegen sind.
Welches Szenario am wahrscheinlichsten ist? Das weiß niemand. Deshalb ist das Warten auf ein Kaufsignal keine Schwäche, sondern Disziplin.
SAP ist kein schlechtes Unternehmen. Weit davon entfernt. Der Konzern hat einen starken Burggraben, wächst im Cloud-Bereich solide und ist nach dem Kursrückgang fairer bewertet als zuvor. Zuletzt lieferte der Konzern auch operativ gute Zahlen.
Aber: Ein gutes Unternehmen und eine gute Aktie sind zwei verschiedene Dinge. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten fast 40 Prozent verloren, und der Chart sendet noch kein klares Signal, dass der Boden wirklich erreicht ist. Das Kaufsignal fehlt noch.
Wer langfristig denkt, einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren hat und bereit ist, eventuell erst kurzzeitig weiter ins Minus zu gehen, kann SAP schrittweise aufbauen. Ein Sparplan über Trade Republic oder Scalable Capital ab 25 Euro monatlich ist eine Möglichkeit, den Durchschnittskurs zu glätten und das Timing-Risiko zu reduzieren.
Wer hingegen auf den schnellen Rebound spekuliert, braucht Geduld. Oder einen besseren Einstiegspunkt. Konkret: erst bei einem nachhaltigen Schlusskurs über 178 Euro mit erhöhtem Handelsvolumen wird die Ausgangslage technisch deutlich attraktiver.
Bis dahin gilt: beobachten, nicht voreilig handeln. Die SAP-Aktie läuft nicht weg.

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