
Bitcoin gegen Gold: Kann Bitcoin dank ETFs Boden gewinnen?
Bitcoin gegen Gold: Kann Bitcoin dank ETFs gegenüber Gold an Boden gewinnen? JPMorgan sieht Potenzial – Short-Positionen bei Bitcoin-ETFs könnten zum.
Redaktionelle Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Markt- und Konditionsangaben sind Momentaufnahmen; prüfe aktuelle Bedingungen vor einer Entscheidung direkt beim Anbieter.

Es war ein gewöhnlicher Mittwochabend, der für ETF-Sparer in Deutschland alles andere als gewöhnlich war. Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben und damit den ersten Zinsschritt nach oben seit mehr als drei Jahren vollzogen. Der Fed-Chef Kevin Warsh stellt sich mit dieser Entscheidung zugleich gegen das erklärte Ziel von US-Präsident Donald Trump, die Zinsen deutlich zu senken.
Für dich als deutschen Anleger ist das keine Randnotiz aus Washington. Der Zinsschritt trifft die Bewertung von Aktien, die Stärke des Dollars und damit am Ende auch deinen ganz normalen ETF-Sparplan. Wer einen S&P-500-ETF, einen MSCI-World-ETF oder einen Anleihe-ETF besitzt, bekommt die Folgen direkt im Depot zu sehen.
Im Folgenden zeigen wir dir Schritt für Schritt, welche Hebel dieser Fed-Schritt in Gang setzt, welche Bereiche besonders betroffen sind und wo du als Anleger jetzt genauer hinschauen solltest.
Die US-Notenbank hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Es ist der erste Zinsschritt nach oben seit mehr als drei Jahren. Damit beendet die Fed eine Serie von mehreren Zinspausen seit Dezember 2025, die von vielen Beobachtern als Risiko für die Glaubwürdigkeit der Notenbank gesehen wurde.
Fed-Chef Kevin Warsh begründete die Entscheidung mit der Preisentwicklung. Jüngste Konjunkturdaten hätten zwar eine leichte Abkühlung gezeigt, daran ändere sich aber nichts an der grundsätzlichen Tendenz. Die Teuerungsrate sei „zu hoch“. Deshalb solle sich die Fed derzeit vorrangig auf die Preise konzentrieren.
Das Weiße Haus reagierte prompt. Sprecher Kush Desai sprach im Sender Fox News von einer „eher unglücklichen Entscheidung“. Die Fed habe aus Sicht der US-Regierung keine besonders überzeugende wirtschaftliche Begründung geliefert. Präsident Trump selbst hat sich bislang nicht persönlich geäußert.
Steigen die Zinsen, verändert sich vor allem die Konkurrenz um dein Geld. Wenn vergleichsweise sichere Anleihen wieder mehr hergeben, werden sehr hoch bewertete Aktien relativ weniger attraktiv. Das ist der klassische Bewertungsdruck, den jeder Zinsschritt erzeugt.
Dazu kommt ein zweiter Effekt. Künftige Unternehmensgewinne werden an der Börse mit einem höheren Zinssatz auf heute abgezinst und sind damit weniger wert. Besonders trifft das Unternehmen, deren heutiger Kurs stark auf hohen Gewinnen in ferner Zukunft beruht. Genau in dieser Ecke sitzen viele Technologie- und Wachstumsaktien.
Ein Kursrutsch ist damit allerdings nicht programmiert. Goldman Sachs verweist auf robuste Unternehmensgewinne und hält weitere Kurssteigerungen am US-Aktienmarkt grundsätzlich für möglich. Entscheidend ist weniger ein einzelner Schritt, sondern das Tempo und Ausmaß weiterer Erhöhungen. Ein langsamer Zinsanstieg lässt sich von Märkten und Unternehmen meist leichter verdauen als eine schnelle Serie.
Die wichtigsten Wirkungskanäle im Überblick:
Für deutsche Besitzer eines S&P-500-, Nasdaq- oder nicht währungsgesicherten Welt-ETF kommt zum Aktienrisiko ein zweiter Faktor hinzu: der Dollar. Höhere US-Zinsen können Anlagen in Dollar attraktiver machen und die amerikanische Währung stärken.
Steigt der Dollar gegenüber dem Euro, erhöht sich für deutsche Anleger der in Euro gerechnete Wert ihrer US-Aktien. Ein Kursminus an der Wall Street kann dadurch teilweise oder sogar vollständig ausgeglichen werden. Gibt der Dollar hingegen nach, schmälert das die Rendite für deutsche Anleger. Genau deshalb kann derselbe S&P-500-ETF für einen Amerikaner und einen deutschen Sparer am selben Handelstag unterschiedliche Ergebnisse liefern.
Gerade beim MSCI World wird dieser Effekt relevant. Ein großer Teil des Index steckt in amerikanischen Unternehmen. Du investierst damit nicht nur in Konzerne wie Apple, Microsoft oder Nvidia, sondern trägst zugleich ein erhebliches Dollar-Risiko.
MSCI-World-ETFs wirken auf den ersten Blick breit gestreut und damit sicher. Tatsächlich haben US-Konzerne in vielen globalen Aktienindizes aber ein großes Gewicht. Der Fed-Schritt erreicht deshalb auch Depots, die nie aktiv einen US-ETF gekauft haben.
Für dich heißt das: Selbst ein vermeintlich globaler Sparplan hängt stärker an den USA und am Dollar, als vielen Sparern bewusst ist. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, sich die Zusammensetzung des eigenen Indexfonds einmal genauer anzuschauen.
Wichtig bleibt dabei: Ein ETF-Sparplan funktioniert über Zeit, nicht über einzelne Tage. Ein einziger Zinsschritt ist noch kein Grund, die eigene Strategie über den Haufen zu werfen. Er ist aber ein guter Anlass, die eigenen Annahmen zu prüfen.
Auch Besitzer von Anleihe-ETFs müssen mit Bewegung rechnen. Steigen die Renditen neuer US-Staatsanleihen, werden bereits ausgegebene Papiere mit niedrigeren Kupons weniger attraktiv. Ihre Kurse sinken, weil niemand mehr einen alten Bond kaufen will, wenn er einen neuen mit höherem Zins bekommen kann.
Besonders anfällig sind Fonds mit langen Laufzeiten. Lange Laufzeiten bedeuten, dass dein Geld länger an einen alten, niedrigeren Zinssatz gebunden ist. Je länger diese Bindung dauert, desto stärker fällt der Kursverlust aus, wenn die Marktzinsen steigen.
Für dich als Anleger bedeutet das: Schau nicht nur auf die Rendite eines Anleihe-ETFs, sondern auch auf die durchschnittliche Laufzeit, die sogenannte Duration. Eine kurze Duration federt Zinsanstiege besser ab, bringt in ruhigen Zeiten aber meist weniger Rendite.
Die Meinungen gehen auseinander. Lena Dräger vom Kieler Institut für Weltwirtschaft hält die Zinserhöhung für einen eher einsamen Schritt. „Höhere Zinsen senken den Ölpreis nicht“, kommentierte sie. Die Fed müsse vielmehr erhöhten Inflationserwartungen entgegenwirken.
Andere Experten sehen das anders. Robert Sockin, US-Chefökonom beim Finanzdienstleister PGIM, betont: „Historisch gesehen neigt die Fed nicht dazu, ihre Geldpolitik mit einer einzigen Anhebung oder Senkung anzupassen.“ In der Regel müssten weitere Schritte folgen.
Maxime Darmet-Cucchiarini, leitender Volkswirt bei Allianz Trade, rechnet mit einer zweiten Zinsanhebung im Dezember. Damit richtet sich der Blick der Märkte schon jetzt auf die nächsten Fed-Sitzungen.
Für dich heißt das: Ein einzelner Zinsschritt ist eine Momentaufnahme. Wirklich entscheidend ist, ob und wie schnell weitere Erhöhungen folgen.
Du musst jetzt nicht alles umschichten. Aber ein paar Handgriffe lohnen sich. Wir haben dir das Wichtigste in einer kurzen Checkliste zusammengefasst.
| Frage | Warum es jetzt zählt |
|---|---|
| Wie viel Gewicht haben USA in deinem ETF? | Bestimmt, wie stark der Fed-Schritt dein Depot trifft |
| Ist dein ETF währungsgesichert? | Entscheidet, ob der Dollar dein Ergebnis rettet oder drückt |
| Wie lang ist die Duration deines Anleihe-ETF? | Lange Duration bedeutet mehr Risiko bei steigenden Zinsen |
| Läuft dein Sparplan weiter wie bisher? | Einzelne Zinsschritte sind kein Grund, die Strategie zu kippen |
Nimm dir bewusst Zeit für diese vier Punkte. Es geht nicht darum, jede Marktbewegung vorherzusehen, sondern dein Depot so aufzustellen, dass ein Fed-Schritt dich nicht aus der Bahn wirft.

Die Zinserhöhung ist auch ein Machtsignal. Fed-Chef Kevin Warsh stellt sich mit seiner Entscheidung offen gegen den erklärten Willen von US-Präsident Donald Trump, der die Zinsen deutlich senken will. Das Weiße Haus hat die Entscheidung prompt als „eher unglücklich“ kritisiert.
Für dich als europäischen Anleger ist das insofern relevant, als die Unabhängigkeit der Notenbank über die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik entscheidet. Eine Fed, die gegen den Druck aus dem Weißen Haus die Zinsen anhebt, weil sie die Inflation für zu hoch hält, stützt tendenziell das Vertrauen in die Preisstabilität. Auf der anderen Seite steigt das Risiko politischer Spannungen, die Märkte verunsichern können.
Die Europäische Zentralbank und die Fed verfolgen seit Monaten unterschiedliche Pfade. Während die EZB zuletzt wieder stärker auf die Konjunktur schaut, priorisiert die Fed mit Warsh klar die Preisstabilität. Für dich bedeutet das, dass sich Zinsdifferenzen zwischen den USA und der Eurozone verändern können, was den Wechselkurs und damit die Rendite deiner US-ETFs beeinflusst.
Wie groß dieser Effekt konkret ausfällt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös beziffern. Die Wertentwicklung hängt von einer ganzen Reihe weiterer Faktoren ab, von der Konjunktur bis zur Stimmung an den Märkten.
Ein einzelner Zinsschritt löst noch keinen Crash aus. Aber die Kombination aus höheren Bewertungen am US-Aktienmarkt, einem starken Dollar und steigenden Anleiherenditen kann die Schwankungen in deinem Depot erhöhen.
Besonders wenn du einen hohen Anteil an Wachstums- oder Tech-Aktien hast, kann ein Zinsanstieg überproportional durchschlagen. Wer einen langen Anleihen-ETF hält, spürt die Bewegung ebenfalls deutlich. Wer hingegen breit gestreut ist und einen langen Anlagehorizont hat, kann solche Phasen grundsätzlich aussitzen.
Der Fed-Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte ist der erste seit mehr als drei Jahren und ein klares Signal: Die Fed nimmt die Inflation ernst, auch gegen den Willen des Weißen Hauses. Für deutsche Anleger trifft der Schritt drei Bereiche direkt: US-Aktien, den Dollar und Anleihe-ETFs.
Wachstums- und Tech-Aktien stehen stärker unter Bewertungsdruck. Ein stärkerer Dollar kann diesen Druck für deutsche Anleger teilweise ausgleichen. Anleihe-ETFs mit langer Duration verlieren zunächst an Wert. Wie groß die Effekte konkret ausfallen, hängt vom Tempo weiterer Zinsschritte ab.
Was bleibt? Ruhig bleiben, Depotstruktur prüfen, weiter bespart. Ein einzelner Zinsschritt ist eine Nachricht, noch kein Trendbruch.
Viele ETFs haben ein hohes Gewicht an US-Aktien und sind nicht währungsgesichert. Steigen die US-Zinsen, geraten vor allem Wachstumsaktien unter Druck, und der Wechselkurs zum Dollar beeinflusst die Euro-Rendite zusätzlich.
Ja, besonders Fonds mit langer Duration. Steigende Marktzinsen drücken die Kurse bestehender Anleihen, weil neue Papiere mehr Zins bieten.
Laut dem US-Chefökonomen Robert Sockin von PGIM tendiert die Fed historisch nicht zu Einzelschritten. Volkswirt Maxime Darmet-Cucchiarini von Allianz Trade rechnet bereits mit einer zweiten Erhöhung im Dezember.
Ein währungsgesicherter ETF, oft als „hedged" bezeichnet, filtert die Dollarbewegung heraus. Damit hängt dein Ergebnis allein an der Aktien- oder Anleihekursentwicklung, ohne Wechselkurseffekt.
Ein einzelner Zinsschritt ist kein Grund, den Sparplan zu kippen. Gerade bei breiter Streuung und langem Anlagehorizont ist regelmäßiges Besparen in der Regel sinnvoller als hektisches Umschichten.
Weißt du schon, was sich bei deinem eigenen Wechsel konkret ändert?
Zum Wechsel-Check →Prüfdatum: 18. September 2026
Weiterlesen

Bitcoin gegen Gold: Kann Bitcoin dank ETFs gegenüber Gold an Boden gewinnen? JPMorgan sieht Potenzial – Short-Positionen bei Bitcoin-ETFs könnten zum.

DAX bei 25.300 Punkten stabil, SAP-Aktie in enger Range gefangen. Liest du hier, warum die SAP-Aktie jetzt jederzeit explodieren könnte.

Deutsche Bank Aktie mit Tagesminus von 2,4% nach volatilem Handelstag. UBS skizziert Long- und Short-Szenario. Jetzt Chartanalyse lesen.