
Zinsen, Öl, Inflation: Diese 3 Aktien sind defensiver aufgestellt
Öl bei fast 100 Dollar, hohe Zinsen, steigende Kosten: Welche 3 Aktien sind jetzt defensiver aufgestellt? Coca-Cola, Procter & Gamble und Mastercard im Check.
Redaktionelle Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Markt- und Konditionsangaben sind Momentaufnahmen; prüfe aktuelle Bedingungen vor einer Entscheidung direkt beim Anbieter.
Du willst endlich Aktien kaufen, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Dann fehlt dir genau ein Ding: ein Depot. Ohne das geht gar nichts im Wertpapierhandel. Und das Gute ist: Ein Depot eröffnen ist heute so einfach wie ein Bankkonto anlegen manchmal sogar einfacher.
Diese Schritt-für-Schritt Anleitung richtet sich an Anfänger, die noch nie ein Depot hatten. Aber auch wer schon eins hat und über einen Wechsel nachdenkt, findet hier nützliche Orientierung. Ehrlich gesagt: Viele Leute zahlen bei ihrem alten Depot deutlich zu viel, ohne es zu merken.

Ein Depot ist ein Konto, auf dem keine Euros liegen, sondern Wertpapiere: Aktien, ETFs, Anleihen, Fonds. Das Verrechnungskonto daneben ist für das Geld zuständig, das Depot für die Papiere selbst. Beides gehört zusammen. Ohne Depot kannst du keine einzige Aktie kaufen.
Viele Anfänger glauben, sie bräuchten dafür eine klassische Filialbank oder einen Berater. Das stimmt so nicht mehr. Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital haben den Markt verändert. Bei ihnen eröffnest du ein Depot komplett digital, Schritt für Schritt und oft in unter zehn Minuten.
Warum also überhaupt investieren? Weil das Geld auf dem Sparkonto real an Wert verliert, solange die Inflation höher ist als der Zinssatz. Wer 10.000 Euro zehn Jahre auf dem Tagesgeldkonto parkt statt in einen breit gestreuten ETF zu investieren, verzichtet im historischen Durchschnitt auf mehrere tausend Euro Wertzuwachs. Das ist keine Panikmache, das sind schlicht Zahlen.
Bevor du mit der eigentlichen Anleitung anfängst, musst du eine Grundsatzfrage klären: Wo willst du dein Depot eröffnen? Die Wahl des Brokers bestimmt, was du handelst, was du zahlst und wie gut der Support ist. Nicht jeder Broker passt zu jedem Anlegertyp.
Trade Republic ist derzeit der bekannteste Neobroker in Deutschland. Die App ist klar, der Handel kostet pauschal 1 Euro pro Transaktion, und Sparpläne auf ETFs laufen sogar komplett ohne Ordergebühr. Für Einsteiger, die monatlich 25 bis 200 Euro anlegen wollen, ist das ein attraktives Angebot. Allerdings: Wer komplexe Ordertypen oder ein breites Handelsuniversum will, stößt irgendwann an Grenzen.
Scalable Capital bietet zwei Modelle: ein kostenloses Basis-Depot mit 0,99 Euro Ordergebühr oder das Prime-Abo für 4,99 Euro im Monat mit dann unbegrenzt kostenlosen Käufen ab 250 Euro Ordervolumen. Wer aktiv handelt und größere Summen bewegt, kann damit günstiger wegkommen als anderswo. Für reines Sparplan-Investieren ist das Basismodell oft ausreichend.
comdirect ist das Gegenmodell: Ein traditioneller Online-Broker mit breitem Produktangebot, vielen Börsenplätzen und einem echten Kundenservice per Telefon. Die Ordergebühren starten bei 12,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderwertes. Das klingt viel, ist aber für Anleger mit größeren Positionen und Bedarf an exotischeren Wertpapieren unter Umständen vertretbar.
| Broker | Depotführung | Ordergebühr (Basis) | Sparplan | Für wen geeignet |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | Kostenlos | 1,00 € | Ab 1 € kostenlos | ETF-Sparer, Einsteiger |
| Scalable Capital | Kostenlos / 4,99 €/Monat | 0,99 € / kostenlos (Prime) | Ab 1 € kostenlos | Aktive Trader, ETF-Sparer |
| comdirect | Kostenlos (mit Bedingungen) | Ab 12,90 € + 0,25 % | Ab 25 € (teils kostenlos) | Erfahrene, Produktvielfalt |
| ING | Kostenlos | Ab 4,90 € + 0,25 % | Ab 1 € kostenlos | Einsteiger, ETF-Sparer |
Kurz gesagt: Wer monatlich per Sparplan ETFs kauft und nicht viel Schnickschnack braucht, fährt mit Trade Republic oder Scalable Capital günstiger. Wer aktiv und breiter handeln möchte, sollte comdirect oder ING in Betracht ziehen.
Jetzt wird es konkret. Das Depot eröffnen folgt bei fast allen Brokern demselben Ablauf. Eine gute Schritt-für-Schritt Anleitung für Anfänger führt dich durch jeden Punkt, damit du nichts vergisst und keine bösen Überraschungen erlebst.
Geh auf die Website oder lade die App des gewählten Brokers herunter. Klick auf „Depot eröffnen“ oder „Jetzt anmelden“. Du wirst nach einer E-Mail-Adresse und einem Passwort gefragt. Verwende eine E-Mail-Adresse, die du wirklich regelmäßig checkst denn wichtige Mitteilungen über dein Depot kommen genau dort an.
Jetzt folgen Name, Adresse, Geburtsdatum und Staatsangehörigkeit. Klingt trivial, aber hier lauern erste Fehler. Wer seinen Namen abkürzt oder das Geburtsdatum falsch eingibt, blockiert später die Legitimation. Alles exakt so angeben, wie es im Personalausweis steht.
Du wirst außerdem nach deiner Steuer-Identifikationsnummer gefragt. Die findest du auf deinem letzten Einkommensteuerbescheid oder in einem Brief des Bundeszentralamts für Steuern. Falls du sie nicht zur Hand hast: beantragen dauert ein paar Tage. Ohne Steuer-ID kann das Depot nicht aktiviert werden.
Dieser Schritt überrascht viele Anfänger. Der Broker ist gesetzlich verpflichtet, deine Kenntnisse und Erfahrungen mit Wertpapieren abzufragen. Das nennt sich Geeignetheitsprüfung, und ja, du musst ehrlich antworten. Falsche Angaben können dazu führen, dass du im Streitfall schlechter dasteht.
Keine Panik, wenn du bei manchen Fragen unsicher bist. Anfänger können ruhig angeben, dass sie mit ETFs und Aktien vertraut sind, falls das stimmt. Wer noch keinerlei Erfahrung hat, gibt das so an. Es bedeutet nicht, dass du kein Depot eröffnen kannst, sondern nur, dass bestimmte Risikoprodukte für dich zunächst gesperrt bleiben.
Das ist der einzige Schritt, der ein bisschen Geduld kostet. Du musst nachweisen, dass du wirklich die Person bist, als die du dich registriert hast. Dafür gibt es zwei gängige Wege: VideoIdent läuft per App oder Browser, dauert etwa fünf Minuten und ist sofort erledigt. Du hältst deinen Personalausweis oder Reisepass in die Kamera, ein Mitarbeiter prüft die Daten live.
PostIdent ist der klassische Weg: Du druckst einen Coupon aus, gehst damit zu einer Postfiliale, zeigst deinen Ausweis vor und die Post meldet die Identifikation weiter. Dauert zwei bis vier Werktage länger. Für Anfänger ohne Zeitdruck funktioniert das gut, aber VideoIdent ist schlicht komfortabler.
Nach der erfolgreichen Legitimation wird dein Depot freigeschaltet. Du erhältst eine Bestätigung per E-Mail. Jetzt musst du dein Verrechnungskonto einrichten oder verbinden: Das ist das Konto, von dem Geld für Käufe abgebucht wird und auf das Verkaufserlöse fließen. Bei den meisten Brokern ist das ein integriertes Konto. Bei comdirect benötigst du dafür das klassische comdirect-Girokonto oder ein anderes Referenzkonto.
Sobald das Geld eingegangen ist, kannst du loslegen. Dein erstes Depot ist eröffnet. Von der Registrierung bis zur ersten Kaufmöglichkeit vergehen bei Neobrokern oft weniger als 24 Stunden.
Ehrlich gesagt, sind die meisten Fehler vermeidbar. Trotzdem passieren sie ständig. Der erste und häufigste: Zu wenig auf die Gebührenstruktur achten. Wer zweimal im Monat für je 500 Euro Aktien kauft, zahlt bei comdirect rund 25 Euro Gebühren, bei Trade Republic nur 2 Euro. Über zehn Jahre macht das einen spürbaren Unterschied.
Zweiter Klassiker: das falsche Depot für die eigene Strategie wählen. Wer einen ETF-Sparplan einrichten will, braucht keinen Broker mit 10.000 handelbaren Einzelaktien. Wer aktiv einzelne Aktien an verschiedenen Börsen handeln will, ist mit einem reinen Neobroker schnell eingeschränkt. Der Schritt-für-Schritt-Prozess zur Depoteröffnung fühlt sich überall ähnlich an, aber die Plattform dahinter ist entscheidend für alles Weitere.
Dritter Fehler: das Depot eröffnen und dann nicht anfangen. Das klingt banal, passiert aber häufiger als gedacht. Die Angst, den falschen Zeitpunkt zu erwischen, lähmt viele. Fakt ist: Wer langfristig in breit gestreute ETFs investiert, hat historisch gesehen fast immer profitiert, unabhängig vom Einstiegszeitpunkt. Der schlechteste Zeitpunkt war stets der, an dem man gar nicht investiert hat.
Viele Anfänger stehen vor dem leeren Depot und fragen sich, was sie jetzt kaufen sollen. Ein Sparplan auf einen breit gestreuten ETF ist für die meisten der richtige erste Schritt. Du legst fest, wie viel du monatlich investieren willst, welchen ETF du kaufst, und dann läuft alles automatisch. Schon ab 1 Euro pro Monat ist das bei Trade Republic und Scalable möglich.
Ein ETF auf den MSCI World enthält über 1.400 Unternehmen aus 23 Ländern. Wer dort 100 Euro im Monat investiert, partizipiert an der wirtschaftlichen Entwicklung eines guten Teils der Welt. Keine Einzelaktie, kein Zocken, keine ständige Beobachtung nötig. Das ist keine besonders aufregende Strategie, funktioniert aber nachweislich und langfristig zuverlässig.
Beim Sparplan noch auf einen Punkt achten: Wie wird der ETF steuerlich behandelt? Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an ausschüttende zahlen sie aus. Für Anfänger, die langfristig Vermögen aufbauen wollen, sind thesaurierende Varianten oft praktischer, da keine Wiederanlage von Hand nötig ist. Beide Varianten sind aber grundsätzlich fine.
Depotführung ist bei fast allen modernen Brokern kostenlos. Das ist aber nicht die ganze Geschichte. Die eigentlichen Kosten stecken in den Ordergebühren, den Fondskosten (TER) und manchmal in Währungsumrechnungsgebühren. Wer in US-Aktien investiert, zahlt bei manchen Brokern 0,1 bis 1,5 Prozent Währungsumtauschgebühr ohne dass das irgendwo groß steht.
Bei ETFs kommt die sogenannte Gesamtkostenquote (TER) dazu. Die liegt bei günstigen MSCI World ETFs zwischen 0,10 und 0,20 Prozent pro Jahr. Das klingt winzig, ist es über Jahrzehnte aber nicht. Ein ETF mit 0,20 Prozent TER kostet dich über 30 Jahre bei 50.000 Euro investiertem Kapital rund 3.000 Euro mehr als einer mit 0,07 Prozent. Kein Drama, aber wissen solltest du es.
Dann gibt es noch den Spread: die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Wertpapiers. Wer an wenig liquiden Handelsplätzen kauft, zahlt einen breiteren Spread und damit unsichtbare Mehrkosten. Neobroker handeln oft über einen einzigen Handelsplatz (etwa Gettex oder LS Exchange), was für Standard-ETFs und -Aktien meist kein Problem ist, für Nebenwerte aber manchmal unvorteilhaft sein kann.
Die gute Nachricht zuerst: Du kannst heute ein Depot eröffnen, ohne eine Filiale aufzusuchen, ohne einen Berater zu brauchen und ohne Vorkenntnisse. Die Schritt-für-Schritt Anleitung ist kurz und die Plattformen sind inzwischen wirklich nutzerfreundlich. Die eigentliche Arbeit liegt nicht in der Eröffnung, sondern in der Vorbereitung.
Welcher Broker passt zu dir? Willst du Sparpläne oder Einzelaktien? Wie aktiv wirst du handeln? Wer diese Fragen vorher klärt, trifft beim Depot eröffnen die richtige Wahl und wechselt nicht nach drei Monaten wieder. Ein Depotübertrag ist zwar möglich, kostet aber Zeit und manchmal Nerven.
Für die meisten Anfänger in Deutschland lautet die pragmatische Empfehlung: Trade Republic oder Scalable Capital für den Start, ein ETF-Sparplan auf den MSCI World oder FTSE All-World, und dann die Finger davon lassen. Monat für Monat einzahlen, nicht täglich auf den Kurs schauen, und langfristig denken. Das ist kein aufregender Plan. Aber es ist einer, der funktioniert.

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