
Staatsanleihen locken mit 3,5 Prozent: Lohnt sich der Einstieg?
Staatsanleihen locken mit rund 3,5 Prozent Rendite, der höchste Wert seit 15 Jahren. Wir zeigen, warum der Einstieg trotzdem riskant sein kann und welche.
Redaktionelle Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Markt- und Konditionsangaben sind Momentaufnahmen; prüfe aktuelle Bedingungen vor einer Entscheidung direkt beim Anbieter.

4 % Dividendenrendite finde ich derzeit ausgesprochen interessant. Die Ausschüttung ist hoch genug, um einen spürbaren Einkommensstrom zu erzeugen. Gleichzeitig muss man nicht zwangsläufig in Aktien investieren, bei denen eine zweistellige Rendite bereits vor der nächsten Dividendenkürzung warnt.
Genau diese Grauzone zwischen langweilig und riskant ist es wert, genauer hinzuschauen. Drei Aktien gefallen mir in diesem Bereich besonders gut. Nicht nur wegen ihrer aktuellen Dividende, sondern weil hinter den Ausschüttungen profitable Geschäftsmodelle stehen.
Dabei kommt es nicht nur auf die Zahl 4 an. Entscheidend ist, ob die Gewinne beziehungsweise Cashflows langfristig weiterwachsen und damit auch die nächste Dividendenerhöhung finanzieren können. Genau das prüfe ich bei meinen drei Kandidaten.
Bevor wir die drei Titel im Detail anschauen, lohnt sich ein kurzer Blick darauf, was eine Dividendenaktie überhaupt belastbar macht. Eine hohe Rendite allein sagt wenig aus, wenn die Ausschüttungsquote am Limit läuft oder das Geschäftsmodell unter Druck gerät.
Drei Punkte sind für mich dabei entscheidend:
Diese drei Filter helfen dabei, die Spreu vom Weizen zu trennen. Sie ersetzen keine eigene Analyse, aber sie zeigen schnell, ob eine 4-%-Dividende auf einem soliden Fundament steht oder ob sie nur deshalb hoch ausfällt, weil der Kurs gefallen ist.
Die Allianz (WKN: 840400) zahlt für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 17,10 Euro je Aktie. Beim derzeitigen Aktienkurs entspricht das einer Rendite von knapp 4 %. In den vergangenen zehn Jahren ist die Ausschüttung im Schnitt um rund 9 % jährlich gewachsen.
Gleichzeitig wirkt die Dividende solide finanziert. Die Ausschüttungsquote liegt bei 60 % des bereinigten Konzerngewinns. Genau diese Quote hat das Management auch in seiner Kapitalmanagementpolitik verankert, zusätzlich soll die Dividende je Aktie mindestens auf Vorjahresniveau bleiben. Damit gibt es eine klare Untergrenze nach unten.
Aktienrückkäufe sorgen außerdem dafür, dass sich zukünftige Gewinne auf weniger Anteilsscheine verteilen. Dadurch steigt der Gewinn je Aktie rein mechanisch, was Dividende und Kurs mittelfristig stützen kann. Für mich ist die Allianz ein Paradebeispiel dafür, dass ein Versicherer durchaus verlässliche Erträge für seine Aktionäre liefern kann.
Natürlich ist auch die Allianz nicht immun gegen Marktschwankungen, Zinsänderungen oder Großschäden. Aber die Kombination aus Wachstum, klarer Quotenregel und Rückkäufen gibt dem Titel ein stables Fundament, das über eine bloße 4-%-Ausschüttung hinausgeht.
Auch American Tower (WKN: A1JRLA) bietet aktuell rund 4,1 % Dividendenrendite. Der REIT besitzt weltweit knapp 150.000 Mobilfunkstandorte sowie Rechenzentren und verdient an langfristigen Mietverträgen mit Telekommunikationsunternehmen. Dieses Geschäftsmodell ist ziemlich einzigartig, weil die Nachfrage nach Daten in den meisten Märkten nicht zurückgeht.
Die annualisierte Ausschüttung liegt mittlerweile bei 7,16 US-Dollar je Aktie. Für 2026 erwartet das Management einen AFFO je Aktie von 11,00 bis 11,17 US-Dollar. Damit werden lediglich rund 65 % dieser für einen REIT besonders relevanten Cashflow-Kennzahl ausgeschüttet. Das ist komfortabel und lässt Raum für künftige Erhöhungen.
Gleichzeitig hat American Tower seine Dividende seit mehr als einem Jahrzehnt regelmäßig angehoben. Das lässt weiterhin Spielraum für Wachstum, sofern die steigende Datennutzung langfristig zusätzliche Nachfrage nach Mobilfunk- und Rechenzentrumsinfrastruktur erzeugt. Genau diese strukturelle Wachstumsgeschichte macht den Titel für mich interessant.
REITs haben allerdings ihre eigenen Spielregeln. Sie müssen einen Großteil ihrer Erträge ausschütten, reagieren aber empfindlich auf Zinsänderungen. Wenn die Zinsen steigen, kann ein REIT wie American Tower unter Druck geraten, weil Investoren alternativ risikofrei ähnliche Renditen erzielen können. Das gehört zu einer ehrlichen Bewertung dazu.
Mein dritter Kandidat ist PepsiCo (WKN: 851995). Bei einer annualisierten Dividende von 5,92 US-Dollar liegt die aktuelle Rendite sogar bei rund 4,5 %. Bemerkenswert ist vor allem die Historie: 2026 markiert bereits das 54. Jahr in Folge, in dem PepsiCo seine Ausschüttung erhöht hat.
Mit einer Ausschüttungsquote von zuletzt rund 78 % besitzt der Konsumgüterkonzern zwar weniger Spielraum als Allianz oder American Tower. Dafür erwartet das Management für 2026 weiterhin 2 bis 4 % organisches Umsatzwachstum und 4 bis 6 % Wachstum beim bereinigten Ergebnis je Aktie zu konstanten Wechselkursen. Zusätzlich sollen die operativen Margen in den kommenden drei Geschäftsjahren insgesamt um mindestens 100 Basispunkte steigen.
Das ist ein ambitioniertes Ziel. Aber es zeigt, dass PepsiCo nicht nur verwaltet, sondern aktiv an der Profitabilität arbeiten will. Snacks und Getränke gehören außerdem zu den Kategorien, die Konsumenten auch in konjunkturell schwierigeren Phasen kaufen. Das verleiht der Dividende eine gewisse Krisenfestigkeit.
Wer auf der Suche nach einer möglichst konstanten Einkommensquelle ist, findet in PepsiCo einen Titel mit einer der längsten Erhöhungsserien der gesamten Aktienwelt. Diese Beständigkeit hat ihren Preis, denn das Wachstum fällt moderater aus als bei einem reinen Tech-Wert. Aber genau das passt zur Dividendenstory.

Alle drei Titel vereint, dass sie im aktuellen Zinsumfeld eine sinnvolle Ergänzung zu Tagesgeld oder Festgeld darstellen können. Während klassische Geldmarktprodukte ihre Zinsen an die Leitzinsen der EZB koppeln, bieten Dividendenaktien die Chance auf zusätzliches Wachstum über steigende Kurse und Ausschüttungen.
Die Unterschiede liegen in den Details:
Gemeinsam zeigen diese drei Aktien, dass 4 % Dividendenrendite nicht automatisch Stillstand bedeuten müssen. Es kommt eben darauf an, ob das jeweilige Unternehmen die Voraussetzungen mitbringt, die Ausschüttung auch in Zukunft zu stemmen und idealerweise weiter zu erhöhen.
Wer sein Depot gezielt um Einkommensbausteine ergänzen will, findet in Allianz, American Tower und PepsiCo drei Kandidaten, die nicht nur eine aktuelle Dividendenrendite von rund 4 % bieten, sondern auch überzeugende Argumente für die kommenden Jahre mitbringen. Alle drei schütten auf Basis solider Cashflows aus, haben ihre Ausschüttung über lange Zeiträume gesteigert und verfügen über Geschäftsmodelle, die auch in wechselhaften Marktphasen funktionieren sollten.
Trotzdem bleibt Dividende nicht garantiert. Eine ausführliche eigene Analyse ist Pflicht, bevor Geld in eine einzelne Aktie fließt. Die hier vorgestellten Zahlen und Aussagen dienen als Ausgangspunkt, nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage. Wer die drei Titel als Bausteine in einem breiter aufgestellten Depot nutzt, kann sich trotzdem über einen soliden Grundstock an wiederkehrenden Ausschüttungen freuen.
Im aktuellen Marktumfeld bieten unter anderem Allianz, American Tower und PepsiCo eine Dividendenrendite von rund 4 % oder knapp darüber. Die genauen Werte schwanken mit dem Aktienkurs.
4 % liegen über den meisten Tagesgeldzinsen und gelten als attraktiv, solange die Ausschüttung durch Gewinne oder Cashflows gedeckt ist. Eine hohe Rendite allein ist noch kein Qualitätsmerkmal.
Die meisten großen europäischen und US-Aktien zahlen ihre Dividende einmal pro Jahr nach der Hauptversammlung. Manche Titel, darunter auch American Tower, schütten quartalsweise aus.
Die Ausschüttungsquote zeigt, wie viel vom Gewinn oder Cashflow als Dividende ausgezahlt wird. Liegt sie dauerhaft über 80 %, sinkt der Spielraum für künftige Erhöhungen.
Ja, Dividenden sind keine Garantie. In Krisen, bei Gewinneinbrüchen oder regulatorischen Problemen kann ein Unternehmen die Ausschüttung senken oder ganz streichen.
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