Broker-Test · 09/2026
Online-Broker
Freedom24
Zugang zu IPOs und über 1 Mio. Wertpapieren
Gesamtwertung
Das Wichtigste in 20 Sekunden
Konditionen, Schutz und Alltag auf einen Blick.
01 · Konditionen
Was kostet Freedom24?
02 · Sicherheit
Regulierung und Schutz
03 · Messverfahren
So entsteht die Note 3,8
Alle 38 Broker werden mit denselben fünf Kriterien geprüft. Die Gewichtung bleibt sichtbar, das Ergebnis bleibt vergleichbar.
04 · Vollständiger Test
Der Test von Freedom24
Recherche-Stand des Berichts: 20. Mai 2026. Freedom24 ist einer dieser Broker, die auf den ersten Blick günstiger wirken, als sie für jeden Anlegertyp wirklich sind. Der Anbieter wirbt mit niedrigen Orderkosten, vielen Handelsplätzen und einem recht breiten Wertpapierangebot. Das stimmt auch. Gleichzeitig ist Freedom24 kein typisches deutsches Einsteigerdepot und schon gar kein bequemer Standardbroker für Nutzer, die sich um Steuern und Auslandsstruktur möglichst wenig kümmern wollen.
Freedom24 kann 2026 für bestimmte Anleger interessant sein, vor allem wenn du internationale Aktien und ETFs handeln willst und mit einem ausländischen Broker-Modell umgehen kannst. Für viele klassische ETF-Sparer in Deutschland gibt es aber simplere Alternativen.
Freedom24 2026: Was steckt hinter dem Broker?
Freedom24 ist die europäische Marke von Freedom Finance Europe Ltd. Das Unternehmen sitzt in Zypern und steht laut offiziellem Gebührenanhang unter Aufsicht der CySEC. extraETF beschreibt Freedom24 ebenfalls als Broker mit Sitz in Zypern und betont die europäische Struktur.
Im Unterschied zu vielen deutschen Neobrokern ist Freedom24 kein reines Minimalprodukt. Laut extraETF lassen sich hier Aktien, ETFs & ETCs, Investmentfonds, Anleihen, Optionsscheine, Zertifikate, Optionen und Futures handeln. Der Handel läuft laut extraETF über Börsenplätze wie Xetra, Frankfurt oder LS Exchange. Das Angebot ist also breiter als bei vielen simplen App-Brokern.
Besonders passend ist Freedom24 für diese Gruppen:
- Anleger, die internationale Wertpapiere über mehrere Handelsplätze handeln wollen
- Nutzer, die keine reine Smartphone-App, sondern auch Desktop-Handel wollen
- Anleger, die ein Zweitdepot oder sogar ein Firmendepot brauchen
- Nutzer, die ohne klassische Depotgebühr auskommen wollen
Weniger passend ist Freedom24 für Anleger, die kostenlose ETF-Sparpläne, eine einfache deutsche Steuerwelt oder die maximale Sicherheitsanmutung eines deutschen Inlandsbrokers suchen.
Konditionen und Gebühren bei Freedom24 2026
Bei den Kosten ist Freedom24 differenzierter, als manche Werbeaussage vermuten lässt. extraETF nennt für das Standard-Depot aktuell 2,00 € plus 0,02 € pro Aktie je Inlandsorder. Im offiziellen Gebührenanhang vom 23. Februar 2026 taucht für den Tarif Smart bei Aktien, Anleihen, ETFs, Futures und Optionen in den USA und Europa ebenfalls genau diese Struktur auf: 2 USD beziehungsweise 2 € Mindestgebühr plus 0,02 USD beziehungsweise 0,02 € je Aktie.
Das klingt im ersten Schritt fair. Bei kleinen Orders ist Freedom24 damit oft noch okay. Bei größeren Stückzahlen oder sehr hochpreisigen Käufen wird die Rechnung aber schnell weniger charmant. extraETF rechnet zum Beispiel für eine Order von 10.000 € mit 22 € Kosten und für 50.000 € mit 102 €. Das ist nicht katastrophal, aber auch nicht mehr im Bereich eines Billigbrokers.
Depotführung: kostenlos
Inlandsorder laut extraETF und offiziellem Smart-Tarif: 2 € + 0,02 € je Aktie
Mindestordergröße laut extraETF: 0 €
Streichung, Nichtausführung oder Änderung einer Order laut extraETF: kostenlos
Orderzusätze wie Limit, Stop oder OCO laut extraETF: kostenlos
Banküberweisung bei Auszahlung laut extraETF und offiziellem Gebührenanhang: 7 €
Auszahlung auf Bankkarte laut Gebührenanhang: 0,65 % des Betrags, mindestens 2 € oder 2 $
Wichtig ist außerdem die Tariflogik. Im offiziellen Gebührenanhang gibt es neben Smart auch All-inclusive und ein zeitlich begrenztes Aktionsmodell. Für die meisten normalen Nutzer ist vor allem der Smart-Tarif relevant. Gerade deshalb sollte man nicht nur mit allgemeinen Werbesätzen arbeiten, sondern konkret auf die Gebührenstruktur schauen.
Keine Sparpläne: für viele ETF-Sparer ist das der Hauptnachteil
Der wahrscheinlich wichtigste Gegenpunkt für viele deutsche Privatanleger ist banal, aber entscheidend: Freedom24 bietet laut extraETF keine Sparpläne. Das gilt sowohl für ETF-Sparpläne als auch für Aktiensparpläne.
Genau dadurch fällt Freedom24 für viele typische Langfrist-Sparer sofort hinter Broker wie Trade Republic, Scalable Capital, Finanzen.net Zero oder auch einige Direktbanken zurück. Wer jeden Monat automatisiert 100 oder 200 Euro in zwei ETFs investieren will, bekommt hier nicht die bequemste Struktur.
Freedom24 ist deshalb eher ein Broker für Einmalkäufe und für Anleger, die aktiver mit einzelnen Wertpapieren oder internationalen Handelsplätzen arbeiten. Für den klassischen deutschen ETF-Sparplan-Alltag fehlt schlicht ein wichtiger Baustein.
Produktangebot und Handelsplätze: hier ist Freedom24 breiter als viele Neobroker
Wo Freedom24 klar punktet, ist das Handelsangebot. extraETF hebt 15 Handelsplätze positiv hervor. Dazu kommt die breite Produktpalette aus Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen und derivativen Produkten. Genau das unterscheidet Freedom24 von sehr schlanken Neobrokern mit nur einem oder zwei Ausführungswegen.
Für deutsche Anleger ist das vor allem dann relevant, wenn du nicht nur Standard-ETFs kaufen, sondern gezielt internationale Einzeltitel handeln willst. Auch der Zugang zu Anleihen oder zu speziellen Handelsplätzen macht Freedom24 für manche Nutzer interessanter als reine Null-Euro-Apps.
Gleichzeitig gilt wie immer: Mehr Angebot macht einen Broker nicht automatisch besser. Wer nur einen MSCI-World-ETF und einen Emerging-Markets-ETF kaufen will, braucht diese Breite oft gar nicht.
Ordertypen, Plattform und Zusatzfunktionen
extraETF bescheinigt Freedom24 im Bereich Service und Nutzerkomfort eine ordentliche Ausstattung. Genannt werden unter anderem Market, Limit, Stop, Trailing-Stop, Stop-Limit und OCO. Das ist für Privatanleger mehr als ausreichend und klar besser als bei manchen ultrareduzierten App-Brokern.
Positiv ist auch, dass der Handel über Desktop, Tablet und Smartphone möglich ist. Dazu kommen Apps für iOS und Android sowie mehrere Freigabeverfahren wie PushTAN per App und biometrische Verfahren. Das ist kein sensationelles Alleinstellungsmerkmal, aber im Alltag nützlich.
Ein weiterer Punkt, den viele deutsche Broker nicht sauber abdecken, ist die Depotstruktur. Laut extraETF sind bei Freedom24 Zweitdepots und sogar Firmendepots möglich. Gemeinschaftsdepots und Kinderdepots gibt es dagegen nicht.
Steuern: genau hier wird Freedom24 für viele Deutsche unpraktisch
Der vielleicht größte strukturelle Nachteil von Freedom24 ist die Steuerseite. extraETF schreibt ausdrücklich, dass die Kapitalertragsteuer nicht automatisch abgeführt wird. Stattdessen erhältst du eine Jahressteuerbescheinigung oder ein vergleichbares Dokument und musst dich selbst um die steuerliche Abwicklung kümmern.
Für erfahrene Anleger ist das machbar. Für viele normale Depotnutzer ist es ein echter Reibungspunkt. Gerade wenn du einen Broker suchst, der im Alltag möglichst wenig Verwaltungsaufwand erzeugt, bist du bei einem deutschen Inlandsbroker meist besser aufgehoben.
Das ist keine Kleinigkeit, sondern ein klarer Praxisunterschied. Wer Freedom24 nutzt, sollte diese zusätzliche Verantwortung bewusst akzeptieren und nicht erst nach dem ersten Steuerjahr überrascht feststellen, dass keine automatische deutsche Abführung im Hintergrund gelaufen ist.
Sicherheit und Einlagensicherung: solide, aber nicht deutsch geprägt
Beim Thema Sicherheit ist die Einordnung ähnlich. extraETF nennt für Freedom24 eine Einlagensicherung von bis zu 20.000 € pro Kunde über das zyprische Sicherungssystem. Gleichzeitig verweist der Test auf die Aufsicht durch die CySEC und den Sitz in Zypern.
Das ist nicht unseriös. Man sollte es aber auch nicht so darstellen, als entspreche das automatisch der Anmutung eines deutschen Brokers mit 100.000-Euro-Einlagensicherung über ein deutsches Bankinstitut. Für manche Anleger ist das völlig in Ordnung. Andere wollen genau diese Auslandsstruktur bewusst nicht.
Wertpapiere im Depot sind davon ohnehin getrennt zu betrachten. Trotzdem bleibt das Sicherheitsgefühl bei vielen deutschen Privatanlegern stark vom Sitz und vom Sicherungssystem des Brokers geprägt. Genau deshalb ist der Zypren-Faktor bei Freedom24 kein Randdetail.
Service und Depoteröffnung
Im Servicebereich schneidet Freedom24 laut extraETF ordentlich ab. Erreichbar sind E-Mail, Chat, Telefon, Rückruf-Service und Berater vor Ort. Für einen ausländischen Broker mit europäischem Fokus ist das kein schlechter Wert.
Auch die Depoteröffnung wirkt nicht unnötig schwer. extraETF nennt Video-Ident als Verfahren und beschreibt den Start als digital und recht zügig. Zusätzlich musst du wie bei vielen Brokern deine Wertpapiererfahrung angeben. Das ist besonders bei komplexeren Produkten relevant.
Unterm Strich ist Freedom24 kein chaotischer Spezialbroker für Vollprofis, sondern eher ein breiter europäischer Online-Broker mit etwas mehr Struktur und etwas mehr Reibung als viele deutsche Massenprodukte.
Freedom24 vs. Trade Republic, Scalable Capital und comdirect
Im Vergleich zu Trade Republic oder Scalable Capital wirkt Freedom24 breiter und internationaler, aber auch weniger alltagstauglich für den typischen ETF-Sparer. Es fehlen Sparpläne, die Steuerseite ist aufwendiger und das Sicherheitsgefühl ist wegen Zypern bei vielen Nutzern anders.
Im Vergleich zu comdirect oder anderen Direktbanken kann Freedom24 bei bestimmten Handelsprofilen günstiger oder zumindest flexibler wirken. Gleichzeitig fehlt die deutsche Vollbank-Logik. Genau deshalb hängt die Bewertung hier stärker als sonst vom Nutzungsprofil ab.
Wenn du einen internationalen Orderbroker suchst und die deutsche Komfortwelt nicht brauchst, kann Freedom24 interessant sein. Wenn du ein Standarddepot für langfristiges, bequemes ETF-Sparen willst, ist der Broker eher keine erste Wahl.
Vorteile
- keine Depotgebühr
- breites Wertpapierangebot über mehrere Handelsplätze
- ordentliche Auswahl an Ordertypen
- Desktop, Tablet und App verfügbar
- Zweitdepot und Firmendepot möglich
Nachteile
- keine ETF- oder Aktiensparpläne
- deutsche Kapitalertragsteuer wird nicht automatisch abgeführt
- 7 € für Auszahlungen per Banküberweisung
- Einlagensicherung nur bis 20.000 € laut extraETF
- für klassische ETF-Sparer oft unnötig sperrig
Für wen eignet sich Freedom24?
Freedom24 eignet sich vor allem für Anleger, die internationale Wertpapiere handeln wollen, mehrere Handelsplätze schätzen und mit einem ausländischen Broker-Setup leben können. Auch Nutzer, die ein Zweitdepot oder ein Firmendepot brauchen, finden hier eher Möglichkeiten als bei vielen Neobrokern.
Weniger geeignet ist Freedom24 für ETF-Sparer, Steuer-Komfort-Sucher und Einsteiger, die einfach nur möglichst wenig Reibung im Alltag wollen. Genau diese Zielgruppe fährt mit deutschen Standardbrokern meist unkomplizierter.
Unser Fazit zu Freedom24 2026
Freedom24 ist 2026 kein schlechter Broker. Der Anbieter bietet ein breites Produktspektrum, mehrere Handelsplätze, keine Depotgebühr und eine brauchbare Plattform auf Desktop und mobil. Für bestimmte Anlegerprofile kann das sehr ordentlich sein.
Der Broker hat aber zwei klare Bremsklötze im deutschen Markt: keine Sparpläne und keine automatische deutsche Steuerabführung. Dazu kommen die Auslandsstruktur mit Sitz in Zypern und die eher überschaubare Einlagensicherung. Genau deshalb ist Freedom24 eher ein Spezialfall als ein Standardtipp.
Unterm Strich ist Freedom24 vor allem dann interessant, wenn du weißt, warum du nicht bei einem klassischen deutschen Broker landen willst. Für den typischen ETF-Sparer ist der Anbieter 2026 meist nicht die erste Wahl.
Häufige Fragen zu Freedom24
Was kostet eine Order bei Freedom24?
Laut extraETF und offiziellem Gebührenanhang kostet eine Standardorder im Smart-Tarif 2 € plus 0,02 € je Aktie. Bei größeren Orders kann das deutlich spürbar werden.
Gibt es bei Freedom24 ETF-Sparpläne?
Nein. extraETF weist ausdrücklich darauf hin, dass Freedom24 keine Sparpläne anbietet.
Führt Freedom24 die deutsche Kapitalertragsteuer automatisch ab?
Nein. Laut extraETF wird die Kapitalertragsteuer nicht automatisch abgeführt. Du erhältst stattdessen eine Steuerbescheinigung oder ein vergleichbares Dokument und musst dich selbst um die steuerliche Abwicklung kümmern.
Ist Freedom24 sicher?
Freedom24 ist ein regulierter Broker mit Sitz in Zypern und Aufsicht durch die CySEC. Laut extraETF sind Einlagen auf dem Verrechnungskonto bis 20.000 € abgesichert. Das ist solide, aber anders als bei vielen deutschen Inlandsbrokern.
Kann ich bei Freedom24 ein Firmendepot eröffnen?
Ja. extraETF nennt die Möglichkeit, Firmendepots einzurichten. Das ist ein Punkt, den nicht jeder günstige Broker anbietet.
Für wen ist Freedom24 besonders geeignet?
Vor allem für Anleger, die internationale Wertpapiere handeln wollen und mit einem ausländischen Broker-Modell inklusive eigener Steuerarbeit leben können.