
Zinsen, Öl, Inflation: Diese 3 Aktien sind defensiver aufgestellt
Öl bei fast 100 Dollar, hohe Zinsen, steigende Kosten: Welche 3 Aktien sind jetzt defensiver aufgestellt? Coca-Cola, Procter & Gamble und Mastercard im Check.
Redaktionelle Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Markt- und Konditionsangaben sind Momentaufnahmen; prüfe aktuelle Bedingungen vor einer Entscheidung direkt beim Anbieter.
Smartbroker war tot. Oder zumindest so gut wie. Dann kam die Ankündigung des Neustarts, und plötzlich war der Name wieder in aller Munde. Ob der neue Online Broker hält, was er verspricht, oder ob er im Schatten von Trade Republic und Scalable Capital verschwinden wird, klären wir hier.

Der ursprüngliche Smartbroker wurde 2019 von der wallstreet:online AG gestartet und galt damals als Reaktion auf den Neobroker-Boom. Das Versprechen: günstiger als comdirect, aber mehr Börsenplätze als Trade Republic. Das klang gut. In der Praxis gab es aber massive Probleme mit der Abwicklung über die DAB BNP Paribas, lange Wartezeiten beim Kundensupport und technische Rückschläge.
2023 folgte dann der Schnitt. Smartbroker kündigte die Zusammenarbeit mit der DAB Bank auf und startete einen kompletten Neuaufbau als Smartbroker+, diesmal mit der Baader Bank als Depotbank im Hintergrund. Die Plattform wurde neu entwickelt, das Preismodell geändert, die App überarbeitet. Kurz gesagt: Es ist ein neuer Online Broker mit altem Namen.
Das ist kein Facelifting. Wer ein altes Smartbroker-Depot hatte, musste aktiv wechseln oder wurde in einen Übergangsprozess hineingezogen. Für Neukunden bedeutet das: Du startest auf einer frischen Infrastruktur, ohne den Ballast der alten Systemprobleme.
Das Preismodell ist einer der wichtigsten Punkte beim Broker-Vergleich. Bei Smartbroker+ zahlst du 4 € pro Order über Gettex und Quotrix, also über die hauseigenen Handelsplätze. Für Orders über Xetra, Nasdaq oder andere Regionalbörsen kommen Handelsplatzentgelte hinzu, die je nach Börse zwischen 1 € und 4 € liegen können.
Keine Depotgebühr. Das ist ein klarer Pluspunkt. Aber Vorsicht: Das Verrechnungskonto läuft über die Baader Bank, und für Geldtransfers gelten eigene Fristen. Tagesgeld oder Zinsen auf das Verrechnungsguthaben gibt es aktuell nicht automatisch, anders als etwa bei Scalable Capital mit seinem Prime-Modell.
Für Sparpläne sieht die Sache besser aus. Sparplan-Orders kosten 0,00 € bei einer Mindestrate von 25 € pro Monat. Das macht Smartbroker+ für langfristige ETF-Sparer attraktiver, als das Orderpreis-Modell auf den ersten Blick vermuten lässt.
| Broker | Orderprovision (Standard) | Sparplan | Depotgebühr | Börsenplätze |
|---|---|---|---|---|
| Smartbroker+ | 4,00 € (Gettex/Quotrix) | 0,00 € (ab 25 €) | 0,00 € | 30+ |
| Trade Republic | 1,00 € Fremdkostenpauschale | 0,00 € | 0,00 € | 1 (LS Exchange) |
| Scalable Capital | 0,99 € (Free) / 0 € (Prime 4,99 €/Monat) | 0,00 € | 0 / 4,99 €/Monat | 3-5 |
| comdirect | 12,90 € + 0,25 % (mind. 12,90 €) | 1,50 % (kostenlose Ausnahmen) | 0 € (bei Aktivität) | 20+ |
Konkret heißt das: Wer 1.000 € in eine Aktie investiert, zahlt bei Trade Republic 1 €, bei Smartbroker+ 4 €. Bei 10.000 € Orders relativiert sich das. Bei 10.000 € zahlt man bei comdirect dagegen rund 37,90 €, bei Smartbroker+ immer noch nur 4 €. Die Kostenstruktur macht Smartbroker+ vor allem bei mittleren und größeren Ordervolumina wettbewerbsfähig.
Die neue App und die Weboberfläche sind deutlich moderner als beim alten Smartbroker. Das muss man fair anerkennen. Navigation, Portfolioansicht und die Suche nach Wertpapieren funktionieren flüssig. Für Charting-Fans ist Smartbroker+ aber kein Paradies: Technische Analysetools, die du von comdirect oder flatex kennst, fehlen weitgehend.
Was Smartbroker+ dagegen bietet, ist Breite. Über 30 Handelsplätze, darunter alle deutschen Regionalbörsen, Xetra, Nasdaq, NYSE und mehrere europäische Märkte. Dazu Zugang zu mehr als 4.000 ETFs und über 2.000 Fonds. Für einen Neobroker ist diese Auswahl außergewöhnlich groß.
Besonders relevant für erfahrene Anleger: Du kannst Limit- und Stop-Orders auf nahezu allen Handelsplätzen platzieren. Trade Republic erlaubt zwar auch Limits, aber nur auf einem einzigen Handelsplatz. Wer seine Orders gezielt platzieren will, hat bei Smartbroker+ mehr Spielraum.
Die App hat in den Bewertungen im App Store und bei Google Play seit dem Neustart zugelegt. Stand Anfang 2026 liegt die Durchschnittsbewertung bei rund 3,8 von 5 Sternen, was kein Glanzwert ist, aber im Rahmen des Branchendurchschnitts liegt. Die häufigsten Kritikpunkte drehen sich um Reaktionszeiten im Support und gelegentliche Bugs beim Depot-Import.
Ehrlich gesagt ist Smartbroker+ kein Broker für jeden. Wer ausschließlich einen ETF-Sparplan besparen will und sonst nichts macht, ist bei Trade Republic oder Scalable Capital genauso gut aufgehoben, oft sogar günstiger. Der 1-Euro-Flat von Trade Republic schlägt bei Gelegenheitskäufen einfach die 4 Euro von Smartbroker+.
Anders sieht es aus, wenn du aktiver handelst und Wert auf Börsenplatz-Auswahl legst. Wer gezielt Aktien aus dem MDax, amerikanische Small Caps oder europäische Nebenwerte handeln will, stößt bei reinen Neobroker-Modellen schnell an Grenzen. Smartbroker+ löst dieses Problem.
Auch für Anleger, die bereits ein Wertpapierdepot bei einem teuren Filialbroker oder einer Hausbank haben, ist Smartbroker+ ein sinnvoller Wechselkandidat. Der Wechsel von comdirect spart bei zehn Orders im Monat schnell über 100 € jährlich, selbst wenn man Smartbroker+ nicht mit den billigsten Alternativen vergleicht.
Nicht geeignet ist Smartbroker+ für Einsteiger, die vollständige Begleitung, Lernmaterialien und einen intuitiven Einstieg suchen. Die Plattform setzt voraus, dass du weißt, was du tust. Wer das erste Mal einen Broker eröffnet, wird bei Smartbroker+ nicht optimal betreut.
Ein Punkt, der bei Neobroker-Vergleichen oft zu kurz kommt: Wer steckt eigentlich hinter dem Broker, und wie sicher ist mein Geld? Bei Smartbroker+ ist die Baader Bank die depotführende Bank. Das ist ein reguliertes deutsches Kreditinstitut mit BaFin-Aufsicht und Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken.
Dein Wertpapierdepot ist als Sondervermögen geschützt. Das bedeutet: Selbst wenn Smartbroker+ oder die Baader Bank insolvent gehen würden, gehören deine Aktien und ETFs dir, sie fallen nicht in die Insolvenzmasse. Bei Guthaben auf dem Verrechnungskonto greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €.
Die Baader Bank ist übrigens auch Depotbank für andere bekannte Finanzdienstleister, darunter Scalable Capital. Die Infrastruktur ist also erprobt, auch wenn Smartbroker+ selbst noch vergleichsweise jung in der neuen Form ist.
Marktdaten Stand 06/2026 zeigen: Trade Republic hat in Deutschland rund 8 Millionen Kunden, Smartbroker+ ist deutlich kleiner. Trotzdem ist der Vergleich zwischen beiden aufschlussreich, weil sie auf unterschiedliche Zielgruppen zielen und sich bei manchen Anlegerprofilen tatsächlich ausschließen.
Trade Republic überzeugt mit dem einfachsten Preismodell am Markt (1 € pro Order, fertig), mit einem integrierten Girokonto, Tagesgeldzinsen auf Verrechnungsguthaben und einer App, die wirklich jeder bedienen kann. Die Kehrseite: Du handelst ausschließlich über die LS Exchange, du hast keine Wahl beim Handelsplatz, und bei exotischeren Wertpapieren oder ausländischen Börsen ist schnell Schluss.
Smartbroker+ dagegen bietet diese Tiefe. Du kannst über Xetra, Nasdaq, NYSE, Gettex, Tradegate und dutzende weitere Plätze handeln. Profis wissen, warum das relevant ist: Spreads, Liquidität und Ausführungsqualität variieren je nach Börse erheblich. Wer 5.000 € in eine illiquidere Mid-Cap-Aktie investiert, kann durch die Wahl des richtigen Handelsplatzes leicht mehr sparen als die Differenz zwischen 1 € und 4 € Orderprovision.
Die Zahlen zeigen: Bei Ordergrößen unter 500 € ist Trade Republic günstiger. Ab etwa 1.000 € Ordervolumen wird Smartbroker+ durch bessere Ausführungsqualität und Handelsplatz-Auswahl wettbewerbsfähig. Ab 5.000 € pro Order ist Smartbroker+ für aktive Anleger oft die bessere Wahl.
Kein Broker ist perfekt, und Smartbroker+ hat noch klare Schwächen. Der Kundensupport ist per E-Mail erreichbar, ein Live-Chat fehlt noch. Wer ein dringendes Problem hat, wartet manchmal Tage auf eine Antwort. Das ist für einen Broker, bei dem echtes Geld verwaltet wird, nicht akzeptabel auf Dauer.
Der Depot-Transfer zu Smartbroker+ verlief bei vielen Kunden holprig. Berichte über fehlende Einstandskurse, verzögerte Übertragungen und fehlerhafte Steuerinformationen tauchen in Foren auf. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Muster, das der Anbieter dringend angehen muss.
Zinsen auf Tagesgeld oder das Verrechnungskonto gibt es bei Smartbroker+ nicht standardmäßig. Trade Republic zahlt derzeit rund 2,25 % p.a. auf Guthaben, Scalable Capital bietet im Prime-Abo ebenfalls attraktive Konditionen. Wer also auch sein Cash gewinnbringend parken will, schaut aktuell in die Röhre.
Krypto-Assets? Fehlanzeige. Für den wachsenden Teil der Anleger, der Bitcoin oder Ethereum über seinen Broker handeln will, ist Smartbroker+ keine Option. Trade Republic und Scalable Capital haben hier bereits Angebote, Smartbroker+ steht noch am Rand.
Smartbroker+ ist kein Hype-Broker. Er ist kein Trade Republic-Killer, und er will das auch nicht sein. Was er bietet, ist ein solides, günstiges Depot für Anleger, die mehr wollen als den kleinsten gemeinsamen Nenner der Neobroker-Welt.
4 € Orderprovision sind nicht mehr die billigste Option auf dem Markt. Aber dafür bekommst du Zugang zu über 30 Börsenplätzen, kostenlose Sparpläne, keine Depotgebühr und eine regulierte Infrastruktur über die Baader Bank. Das ist ein fairer Deal, wenn du weißt, was du damit anfängst.
Für den klassischen Buy-and-hold-Anleger mit einem ETF-Sparplan: Schau dir zuerst Trade Republic oder Scalable Capital an. Für den aktiven Anleger mit mittleren Ordergrößen, der Börsenplatz-Auswahl schätzt und comdirect-Preise leid ist: Smartbroker+ verdient einen ernsthaften Blick. Der neue Online Broker Smartbroker hat seine Hausaufgaben größtenteils gemacht. Der Rest liegt an dir.
Ja. Die depotführende Bank ist die Baader Bank, ein reguliertes deutsches Kreditinstitut unter BaFin-Aufsicht. Wertpapiere sind als Sondervermögen geschützt, Guthaben bis 100.000 € über die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert.
Über Gettex und Quotrix zahlst du 4 € pro Order. Über andere Börsenplätze wie Xetra oder Nasdaq kommen zusätzlich Handelsplatzentgelte hinzu. Sparpläne ab 25 € monatlicher Rate sind kostenlos.
Grundsätzlich ja, aber der Prozess war für viele Kunden holprig. Berichte über verzögerte Transfers und fehlende Einstandskurse sind dokumentiert. Plant genug Vorlaufzeit ein und prüfe die übertragenen Daten sorgfältig.
Über 4.000 ETFs und tausende Aktien aus Deutschland, Europa und den USA stehen zur Verfügung. Die Auswahl der handelbaren Wertpapiere ist für einen Neobroker überdurchschnittlich groß.
Aktuell nicht standardmäßig. Das ist ein klarer Nachteil gegenüber Trade Republic (rund 2,25 % p.a.) oder Scalable Capital im Prime-Abo. Wer Cash gewinnbringend parken will, muss hier auf andere Lösungen ausweichen.

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Zum Wechsel-Check →Prüfdatum: 8. Juli 2026
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