
Zinsen, Öl, Inflation: Diese 3 Aktien sind defensiver aufgestellt
Öl bei fast 100 Dollar, hohe Zinsen, steigende Kosten: Welche 3 Aktien sind jetzt defensiver aufgestellt? Coca-Cola, Procter & Gamble und Mastercard im Check.
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Der DAX klettert, stolpert, klettert wieder. Aber wer genau hinschaut, merkt: Da fehlt noch die allgemeine Marktkraft, die einen echten Aufwärtstrend trägt. Geyers Marktkommentar trifft damit einen Nerv, den viele Anleger gerade spüren, aber nicht benennen können.

Wenn Märkte steigen, aber nur wenige Titel wirklich ziehen, dann ist das kein gesunder Aufschwung. Das ist ein Index, der von einer Handvoll Schwergewichten nach oben getragen wird, während der Rest der Papiere bestenfalls mitschleppt. Genau das beschreibt Geyers Marktkommentar mit dem Begriff der fehlenden allgemeinen Marktkraft. Die Breite fehlt.
Stell dir vor, bei einem 100-Meter-Lauf rennen zwei Sprinter los und die anderen acht trotten hinterher. Das Ergebnis sieht nach Fortschritt aus, ist aber keiner. Im DAX ist es ähnlich: Ein paar Technologiewerte, ein Chemietitel hier, ein Automobilkonzern da, und schon sieht die Kursliste grün aus. Doch wenn du tiefer schaust, stagniert die Mehrzahl der Werte.
In der Marktanalyse nennt man das eine schwache Marktbreite. Der Advance-Decline-Indikator, also das Verhältnis steigender zu fallender Titel, zeigt dann ein ernüchterndes Bild. Solange diese Breite nicht anzieht, bleibt jede DAX-Rally fragil. Das ist der Kern von Geyers Beobachtung, und er hat damit recht.
Nachrichten über Waffenstillstände, Verhandlungsfortschritte oder diplomatische Signale aus Krisengebieten lösen reflexartige Kurssprünge aus. Das kennen wir seit Jahren. Ein Tweet, eine Pressemitteilung, und der DAX macht binnen Stunden 1,5 Prozent gut. Aber diese Entspannungen in Krisengebieten sind kein tragfähiger Boden für nachhaltiges Kurswachstum.
Der Grund liegt auf der Hand: Geopolitische Schlagzeilen verändern keine Unternehmensgewinne. Sie verschieben kurzfristig die Risikobereitschaft der Händler, mehr nicht. Wenn die nächste Eskalation kommt, was in Krisengebieten statistisch gesehen die Regel und nicht die Ausnahme ist, dreht der Markt genauso schnell wieder.
Wer 2022 und 2023 dabei war, erinnert sich an dieses Muster. Jede Entspannungsmeldung aus der Ukraine wurde gefeiert, jede erneute Eskalation hat die Gewinne wieder aufgefressen. Märkte brauchen echte wirtschaftliche Substanz, keine Waffenstillstandsgerüchte als Kurskatalysator. Geyers Marktkommentar macht genau diesen Unterschied deutlich.
Privatanleger, die auf solche Signale reagieren und kurzfristig kaufen oder verkaufen, zahlen meistens drauf. Bei Trade Republic kostet ein Trade zwar nur 1 Euro Fremdkostenpauschale, aber selbst das summiert sich, wenn man bei jedem geopolitischen Auf und Ab aktiv wird. Die Transaktionskosten sind das kleinere Problem. Das größere ist der emotionale Handelsfehler.
Impulse kommen in verschiedenen Formen. Zinsentscheidungen der EZB, starke Quartalszahlen, ein überraschend guter Ifo-Index oder solide Arbeitsmarktdaten aus den USA. Das sind die Treiber, die Märkte brauchen, um wirklich in Form zu kommen. Nicht Spekulationen über diplomatische Durchbrüche.
Die EZB hat im ersten Halbjahr 2025 mehrfach die Leitzinsen gesenkt, zuletzt auf 2,00 Prozent. Das sollte eigentlich Auftrieb geben. Günstigere Finanzierungskosten, mehr Investitionsbereitschaft, mehr Konsum. Theoretisch. Praktisch kämpft die Eurozone weiterhin mit schwachem Wachstum in Deutschland und Frankreich, mit strukturellen Problemen in der Industrie und mit einem Exportsektor, der unter dem starken Euro leidet.
Solange diese Fundamentaldaten nicht klar besser werden, fehlt der Marktkraft das Fundament. Geyers Marktkommentar beschreibt das als Zwickmühle: Die Stimmung ist nicht schlecht genug für eine Panikreaktion nach unten, aber auch nicht gut genug für eine echte Kaufwelle nach oben. Der Markt hängt.
Geduld hilft, aber sie ist kein Ersatz für eine klare Strategie. Wer bei Scalable Capital ein breit gestreutes ETF-Portfolio hält, kann entspannter zuschauen als jemand, der auf einzelne DAX-Titel gesetzt hat und jetzt hofft, dass ausgerechnet sein Wert der nächste Ausreißer nach oben wird.
Geyers Marktkommentar erwähnt das Thema Fußball als Beispiel für das, was Märkte und Anleger beschäftigt, ohne wirklich relevant zu sein. Fußball dient als kollektive Ablenkung in Phasen, in denen die wirtschaftliche Richtung unklar bleibt. Das klingt zynisch, stimmt aber.
Große Fußballereignisse wie eine EM oder WM erzeugen ein Klima guter Stimmung. Bars sind voll, Fernseher laufen, Menschen tippen auf Ergebnisse und hoffen auf Gewinne im kleinen Rahmen. Das hat mit dem Aktienmarkt direkt nichts zu tun, beeinflusst aber die allgemeine Konsumlaune. Wer im Sommer gut drauf ist, kauft vielleicht auch mal eine Aktie mehr. So weit die Theorie.
In der Praxis ist der Einfluss von Sportgroßereignissen auf Aktienmärkte statistisch kaum nachweisbar. Eine Studie aus 2023 hat gezeigt, dass nationale Aktienmärkte nach einem Ausscheiden bei einem Großereignis im Schnitt 0,4 Prozent nachgeben, was statistisch kaum signifikant ist. Fußball ist ein Großereignis für Fans, nicht für Depots.
Trotzdem lohnt sich der Gedanke: In Zeiten, wo klare wirtschaftliche Impulse fehlen, suchen Menschen nach Orientierung und Ablenkung. Das gilt für Stammtische genauso wie für Handelssäle. Wenn niemand weiß, wohin die Reise geht, redet man über das, was man versteht. Und Fußball versteht eben jeder.
Rein technisch sieht der DAX 2025 nicht schlecht aus. Der Index hat sich von den Tiefständen Anfang April erholt und notiert aktuell wieder über der 23.000-Punkte-Marke. Das 52-Wochen-Hoch lag im März bei knapp 23.477 Punkten, bevor die Korrektur einsetzte.
Charttechniker sehen bei 22.500 Punkten eine solide Unterstützung, und solange diese hält, ist das Bild neutral bis leicht positiv. Aber neutrale Chartbilder sind kein Kaufsignal. Sie sagen nur: Der Markt hat noch keine Richtung entschieden.
Die Bewertung ist das eigentliche Thema. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des DAX liegt für 2025 bei rund 14, was im historischen Vergleich moderat ist. Zum Vergleich: Der S&P 500 kommt auf ein KGV von etwa 21. Der DAX ist also günstiger als der US-Markt, aber günstig allein lockt keine frischen Käufer.
Was fehlt, ist ein klares Narrativ. Wachstumsmarkt? Nein. Value-Comeback? Vielleicht. KI-Profiteur? Nur bedingt. Ohne Story fehlt der Marktkraft die Richtung, und ohne Richtung bleibt es beim Seitwärtsschlingern. Geyers Beobachtung trifft also den technischen Kern genauso wie den fundamentalen.
| Kennzahl | DAX (2025) | S&P 500 (2025) | Einschätzung |
|---|---|---|---|
| KGV (2025e) | 14 | 21 | DAX günstiger bewertet |
| Dividendenrendite | 3,1 % | 1,4 % | DAX attraktiver für Einkommensinvestoren |
| Kursperformance YTD | +4,2 % | +3,8 % | Knapp vorn, aber ohne Breite |
| Volatilität (30 Tage) | 18,4 | 16,1 | DAX nervöser als US-Markt |
| Marktbreite (A/D-Ratio) | schwach | moderat | Kernproblem laut Geyers Analyse |
Ehrlich gesagt: Nicht viel ändern. Das klingt unbefriedigend, ist aber der richtige Rat für die meisten. Wer ein solides ETF-Portfolio auf den MSCI World oder den FTSE All-World hat, muss auf einen DAX ohne Marktkraft nicht reagieren. Der Weltindex gleicht regionale Schwächen aus.
Wer hingegen stark auf deutsche Einzelwerte konzentriert ist, sollte sich fragen, warum. Heimatmarkt-Bias ist ein bekanntes Phänomen. Deutsche Anleger übergewichten deutsche Aktien, weil sie die Unternehmen kennen. Das schützt aber nicht vor Verlusten, wenn genau dieser Markt in einer strukturellen Schwächephase steckt.
Konkret: Bei comdirect kostet ein DAX-ETF-Sparplan ab 25 Euro im Monat, bei Scalable Capital gibt es viele ETFs im Flatrate-Modell für 2,99 Euro pro Monat ohne Einzeltransaktionskosten. Ein regelmäßiger Sparplan in einen breit gestreuten Welt-ETF ist in dieser Marktphase sinnvoller als aktives Einzeltitel-Picking im DAX.
Wer trotzdem auf einzelne DAX-Titel tippen möchte und glaubt, den nächsten Gewinner zu kennen: Bitte mit Limit-Orders arbeiten und nie mehr als 5 bis 10 Prozent des Depots in eine einzelne Position stecken. Das ist keine Theorie, das ist die Lehre aus vielen Marktkommentaren wie dem von Geyer, die immer wieder dieselbe Botschaft haben: Breite schlägt Konzentration, besonders wenn die allgemeine Marktkraft fehlt.
Die Beobachtung ist treffend. DAX-Anleger erleben gerade eine Marktphase, die weder klar bullish noch klar bearish ist. Es fehlt noch die allgemeine Marktkraft, die aus einem technischen Aufschwung einen echten Trend macht. Entspannungen in Krisengebieten helfen kurzfristig, aber sie ersetzen keine wirtschaftlichen Fundamentaldaten.
Märkte brauchen Impulse in Form von echter Gewinnverbesserung, klaren Konjunktursignalen oder einem überzeugenden Narrativ. Keines davon ist im DAX gerade in ausreichender Stärke vorhanden. Die EZB-Zinssenkungen wirken träge, die Industrieproduktion in Deutschland schwächelt, und geopolitische Nachrichten aus Krisengebieten sind mal gut, mal schlecht.
Ablenkung durch Großereignisse wie Fußball verändert die Marktrealität nicht. Sie dient als Stimmungsaufheller in einer Phase der Orientierungslosigkeit. Das ist menschlich verständlich, aber kein Investmentgrund.
Kurz gesagt: Geyers Marktkommentar liefert eine nüchterne, gut begründete Analyse. Wer ihr folgt, bleibt ruhig, streut breit und wartet auf echte Impulse statt auf Schlagzeilen. Das ist kein aufregender Rat. Aber es ist der richtige.
Wenn nur wenige Indexschwergewichte steigen, aber die Mehrheit der enthaltenen Aktien stagniert, spricht man von schwacher Marktbreite. Das macht eine Rally anfällig für schnelle Korrekturen.
Geopolitische Meldungen verändern die kurzfristige Risikobereitschaft, aber nicht die Unternehmensgewinne. Sobald die nächste Eskalation folgt, sind die Gewinne oft wieder weg.
Nicht unbedingt. Wer breit in ETFs investiert ist, muss nicht reagieren. Wer stark auf deutsche Einzelwerte konzentriert ist, sollte prüfen, ob das regionaler Bias oder eine bewusste Entscheidung ist.
Starke Unternehmensgewinne, positive Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone sowie ein klar sichtbares wirtschaftliches Narrativ würden helfen. EZB-Zinssenkungen allein reichen nicht.
Statistisch kaum. Studien zeigen minimale, nicht signifikante Ausschläge nach nationalen Turnierergebnissen. Fußball als Großereignis beeinflusst Stimmung, nicht Fundamentaldaten.

Prüfdatum: 8. Juli 2026
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