
Zinsen, Öl, Inflation: Diese 3 Aktien sind defensiver aufgestellt
Öl bei fast 100 Dollar, hohe Zinsen, steigende Kosten: Welche 3 Aktien sind jetzt defensiver aufgestellt? Coca-Cola, Procter & Gamble und Mastercard im Check.
Redaktionelle Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Markt- und Konditionsangaben sind Momentaufnahmen; prüfe aktuelle Bedingungen vor einer Entscheidung direkt beim Anbieter.

Die Frage klingt fast ketzerisch. In einem Jahr, in dem Halbleiter und KI-Infrastrukturwerte monatelang die Schlagzeilen bestimmten, hat ausgerechnet ein Dividenden-ETF die Nase vorn. Der Schwab US Dividend Equity ETF, der größte und beliebteste US-Dividenden-ETF überhaupt, hat den Nasdaq 100 in den vergangenen zwölf Monaten deutlich geschlagen.
Während der Nasdaq 100 in diesem Zeitraum eine Gesamtrendite von 28,1 Prozent erzielte, brachte es der Schwab US Dividend Equity ETF auf 31,7 Prozent. Das entspricht einer Outperformance von 3,6 Prozentpunkten. Ein klares Signal: Wer breit gestreut in dividendenstarke US-Werte investiert, hat in den letzten zwölf Monaten mehr verdient als mit einem reinen Tech-Index.
Das verwaltete Vermögen des ETFs liegt bei über 105 Milliarden US-Dollar. Diese Größe allein zeigt, dass es sich nicht um ein Nischenprodukt handelt, sondern um ein Schwergewicht im US-ETF-Markt.
Ein Blick auf die größten Einzelpositionen erklärt, warum dieser ETF über Jahre als träge und uninspirierend galt. Auf den ersten drei Plätzen liegen Abbott Laboratories, Amgen und Merck. Es folgen Coca-Cola, UnitedHealth und die Heimwerkerkette Home Depot. Komplettiert werden die Top 10 durch Chevron, Procter & Gamble, Verizon und Pepsi.
Das sind allesamt Werte, die viele Anlegerinnen und Anleger in einem von Technologie und Wachstum geprägten Markt lange als zu langweilig eingestuft haben. Biotech, Pharma, Konsumgüter, Telekommunikation, Energie. Keine Halbleiter, keine KI-Software, keine Cloud-Plattformen.
Genau diese Branchenzusammensetzung hat sich nun ausgezahlt. Die enthaltenen Branchen profitierten von starken Branchentrends, etwa innerhalb der Biotechnologie und Pharmazie. So konnte sogar der Nasdaq Biotechnology Index den herkömmlichen Nasdaq 100 schlagen. Auch Konsumgüterwerte stießen wieder auf größere Resonanz bei Investoren.
Die Outperformance ist die eine Seite. Die andere, für viele Anlegerinnen und Anleger ebenso wichtige Seite, ist das Risiko. Wer Dividendenwerte hält, schläft in volatilen Phasen deutlich besser.
Der größte Drawdown des Schwab US Dividend Equity ETF lag in diesem Jahr bei 5,9 Prozent. Der Nasdaq 100 büßte im selben Zeitraum zeitweise 12,9 Prozent ein. Dividendenwerte konnten Technologietitel also nicht nur bei der Rendite schlagen, sondern ihren Besitzerinnen und Besitzern auch deutlich ruhigere Nächte bescheren.
Das ist kein Zufall. Die im ETF enthaltenen Unternehmen weisen im Durchschnitt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,4 auf. Die Cashflow-Rendite liegt bei fast zehn Prozent. Beide Kennzahlen stehen für solide Bilanzen, planbare Erträge und einen vergleichsweise moderaten Bewertungsaufschlag.
Mehrere Faktoren wirken hier zusammen. Ein wichtiger Grund: Im Nasdaq 100 kam es immer wieder zu Rotationen zwischen Soft- und Hardware-Titeln. Die Technologiebranche hat Kapital eher verteilt als neues angezogen. Das hat die Performance des Tech-Index gebremst.
Bei den Dividendenwerten lief es genau andersherum. Starke Branchentrends, etwa in Biotech und Pharma, sowie eine wiederkehrende Nachfrage nach Konsumgütern haben den ETF getragen. Hinzu kommen makroökonomische Faktoren: Die US-Wirtschaft befindet sich insgesamt in einer guten Verfassung, auch jenseits des KI-Booms. In Deutschland und Europa verbessert sich das konjunkturelle Umfeld, und die Fußball-WM hat zusätzlich die Nachfrage nach Konsumgütern befeuert.
Der entscheidende Faktor liegt aber tiefer: in der Rolle zuverlässiger Cashflows.
Jahrelang lebten Tech-Giganten vom Versprechen zukünftiger Gewinne. Jetzt zeigt sich, dass die gewaltigen Investitionen in Künstliche Intelligenz die Cashflows der Tech-Konzerne verändern. Bei Alphabet und Meta Platforms ist es bereits soweit, Microsoft könnte im kommenden Quartal vor einem Vorzeichenwechsel bei den Cashflows stehen.
Genau diese Konzerne haben ihren Anlegerinnen und Anlegern über viele Jahre Barmittelzuflüsse in zweistelliger Milliardenhöhe erwirtschaftet. Jetzt verzeichnen sie auf absehbare Zeit Abflüsse. In einem Umfeld mit weiter steigenden Anleiherenditen und wachsenden Zinserwartungen sind Cashflows aber unverzichtbar, weil sie Investoren mehr finanzielle Visibilität und Berechenbarkeit bieten als Zukunftsversprechen.
Dazu kommt, dass eine mögliche Bilanzverkleinerung der Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh Liquidität verringern könnte. Das macht verlässliche Cashflows umso begehrenswerter. Die Verschiebung der Machtverhältnisse an den Börsen ist deshalb kein Strohfeuer, sondern hat strukturelle Gründe.
Wer die Outperformance der vergangenen zwölf Monate sieht, fragt sich zwangsläufig: Ist der Zug schon abgefahren? Die Antwort hängt davon ab, wie man die Ursachen einordnet.
Wer glaubt, dass Dividendenwerte nur deshalb liefen, weil der Nasdaq 100 gerade schwächelt, könnte zur Vorsicht neigen. Wer hingegen erkennt, dass sich das makroökonomische Umfeld strukturell verändert hat, sieht in Dividendenwerten mehr als eine taktische Spielerei.
Die Ausschüttungsrendite des Schwab US Dividend Equity ETF liegt aktuell bei 3,3 Prozent. In einem Umfeld, in dem Anleiherenditen steigen und die Fed ihre Bilanz reduzieren könnte, ist das ein relevantes Argument. Drei Komma drei Prozent regelmäßige Ausschüttung sind keine spektakuläre Zahl, aber ein solider Baustein im Depot.
Gleichzeitig gilt: Wer Dividendenwerte kauft, sollte wissen, dass er keine Kursexplosionen wie bei KI-Fantasieaktien erwarten darf. Dafür bekommt er ein deutlich geringeres Risiko und stabile Cashflows.
Hier liegt die Einschränkung, die in der ursprünglichen Analyse klar benannt wird. Der Schwab US Dividend Equity ETF richtet sich an den US-Markt und ist nicht ohne Weiteres für jeden europäischen Investor zugänglich. Das gilt sowohl für die Handelbarkeit als auch für steuerliche Aspekte rund um die US-Quellensteuer auf Dividenden.
Für europäische Anlegerinnen und Anleger gibt es jedoch Alternativen, die das Konzept „Dividendenwerte mit hoher Qualität“ abbilden. Welche konkreten Produkte das sind, hängt von der Depotstelle, der steuerlichen Situation und den Handelsgewohnheiten ab. Der Schwab-ETF selbst bleibt aber der Maßstab, an dem sich andere Dividenden-ETFs messen lassen müssen.
Wer also in Dividendenwerte investieren will, sollte prüfen, ob sein Broker den direkten Zugang zum Schwab US Dividend Equity ETF ermöglicht oder ob eine europäische Alternative die bessere Wahl ist.

| Anlegertyp | Eignung | Begründung |
|---|---|---|
| Vorsichtige Anlegerinnen und Anleger | Sehr gut geeignet | Geringere Schwankungen, stabile Ausschüttungen |
| Einkommensorientierte Investoren | Sehr gut geeignet | Regelmäßige Cashflows von 3,3 Prozent Ausschüttungsrendite |
| Wachstumsorientierte Anleger | Eher ungeeignet | Keine explosiven Kursgewinne wie bei Tech-Werten |
| Europäische Privatanleger | Bedingt geeignet | Zugang zum Schwab-ETF eingeschränkt, Alternativen prüfen |
2026 steuert trotz aller Sorgen, Iran-Krieg, Energiekrise, KI-Angst, auf ein weiteres erfolgreiches Börsenjahr zu. Anfangs konzentrierten sich die Kursgewinne stark auf Halbleiter und KI-Infrastrukturwerte. In jüngster Zeit hat die Marktbreite jedoch deutlich zugenommen. Es kam sogar zu einer Outperformance des Dow Jones und des S&P 500 gegenüber dem Nasdaq 100.
Innerhalb dieser Rotation ist der Schwab US Dividend Equity ETF ein besonders klares Beispiel. Werte, die im Tech-Boom links liegen gelassen wurden, haben plötzlich die bessere Performance geboten. Die Outperformance gegenüber dem Nasdaq 100 beträgt 3,6 Prozentpunkte. Bei der Risikokennzahl Drawdown liegt der ETF mit 5,9 Prozent klar vor dem Nasdaq 100 mit 12,9 Prozent.
Diese Kombination aus besserer Rendite und halbem Risiko ist in der Realität selten. Genau deshalb ist der ETF in den Fokus der Anlegerinnen und Anleger gerückt.
Die Botschaft lässt sich in drei Sätzen zusammenfassen. Erstens: Wer sein Depot stark auf Tech und KI ausgerichtet hat, sollte die fehlende Diversifikation prüfen. Zweitens: Dividendenwerte sind kein alter Hut, sondern in einem Umfeld steigender Anleiherenditen und unsicherer Tech-Cashflows wieder strukturell gefragt. Drittens: Die Outperformance der vergangenen zwölf Monate könnte nur der Anfang einer längeren Entwicklung sein.
Wer jetzt noch kein Dividenden-Engagement hat, muss nicht sofort alles umschichten. Aber eine Beimischung kann helfen, die Schwankungsbreite des Gesamtdepots zu reduzieren. Wer bereits Dividendenwerte hält, sieht sich durch die Performance des Schwab US Dividend Equity ETF bestätigt.
Ja, wenn man die richtige Erwartungshaltung mitbringt. Der Schwab US Dividend Equity ETF schlägt den Nasdaq 100 in den vergangenen zwölf Monaten nicht nur bei der Rendite, sondern auch beim Risiko. Die Outperformance beträgt 3,6 Prozentpunkte, der Drawdown ist mit 5,9 Prozent weniger als halb so groß wie der des Nasdaq 100 mit 12,9 Prozent. Die Ausschüttungsrendite liegt bei 3,3 Prozent, das durchschnittliche KGV bei 18,4 und die Cashflow-Rendite bei fast zehn Prozent.
Wer diese Werte als solide Basis für ein breiter aufgestelltes Depot nutzt, dürfte in den kommenden Monaten gut schlafen. Wer dagegen weiter auf maximale Kursgewinne bei minimaler Kontrolle der Risiken setzt, sollte wissen: In einem Jahr, in dem ein „langweiliger“ Dividenden-ETF einen Tech-Index schlägt, ist die Börse erwachsen geworden. Cashflows sind zurück. Dividenden sind zurück. Und das ist kein Ende einer Mode, sondern möglicherweise der Beginn einer neuen Normalität.
Der Schwab US Dividend Equity ETF erzielte 31,7 Prozent Gesamtrendite, der Nasdaq 100 28,1 Prozent. Das ergibt eine Outperformance von 3,6 Prozentpunkten.
Der größte Drawdown lag beim Schwab US Dividend Equity ETF bei 5,9 Prozent, beim Nasdaq 100 bei 12,9 Prozent. Dividendenwerte schwankten also weniger als halb so stark.
Die größten Positionen sind Abbott Laboratories, Amgen und Merck. Es folgen Coca-Cola, UnitedHealth und Home Depot, ergänzt durch Chevron, Procter & Gamble, Verizon und Pepsi.
Die Ausschüttungsrendite des Schwab US Dividend Equity ETF liegt aktuell bei 3,3 Prozent.
Der Schwab US Dividend Equity ETF richtet sich primär an den US-Markt und ist nicht ohne Weiteres für jeden europäischen Investor zugänglich. Es gibt jedoch europäische Alternativen, die das Konzept abbilden.
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