
Zinsen, Öl, Inflation: Diese 3 Aktien sind defensiver aufgestellt
Öl bei fast 100 Dollar, hohe Zinsen, steigende Kosten: Welche 3 Aktien sind jetzt defensiver aufgestellt? Coca-Cola, Procter & Gamble und Mastercard im Check.
Redaktionelle Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Markt- und Konditionsangaben sind Momentaufnahmen; prüfe aktuelle Bedingungen vor einer Entscheidung direkt beim Anbieter.
Vier Prozent Zinsen aufs Tagesgeld klingen im ersten Moment fantastisch. Du legst dein Geld an, kannst täglich dran und bekommst dafür ordentlich Zinsen. Das klingt nach einem Geschenk, ist es aber nicht. Die hohen Zinssätze von 4 Prozent und mehr sind in der Regel an klare Bedingungen geknüpft.
Fast immer handelt es sich um Neukunden-Aktionen, die zeitlich begrenzt sind. Du bekommst den Spitzen-Zinssatz nur für die ersten Monate, danach sinkt er auf das normale Niveau. Das ist wichtig zu wissen, bevor du dein Erspartes umschichtest.
Außerdem ist die maximale Anlagesumme oft gedeckelt. Bei vielen Banken liegt das Limit bei 50.000 €, manchmal sogar nur bei 25.000 €. Wer mehr Geld auf der hohen Kante hat, bekommt nur einen Teil davon zum Top-Zins angelegt. Der Rest läuft dann zum niedrigeren Standardzins.
Ehrlich gesagt: 4 Prozent Tagesgeld ist eine feine Sache, wenn du die Spielregeln kennst. Du solltest dir vorher genau anschauen, wie lange der Zinssatz gilt und was danach passiert. Sonst ärgerst du dich hinterher, wenn dein Erspartes plötzlich nur noch 1,5 Prozent abwirft.
Aktuell bieten drei Banken einen Tagesgeld-Zinssatz von 4 Prozent oder knapp darunter an. Ich habe mir die Konditionen genau angeschaut und verglichen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Unterschiede im Kleingedruckten liegen.
Die eine Bank wirbt mit 4 Prozent auf das Tagesgeldkonto, knüpft das aber an eine Aktion von vier Monaten. Eine andere Bank liegt bei 3,75 Prozent, hat dafür aber keine so strenge Deckelung der Anlagesumme. Und die dritte Bank bietet 3,90 Prozent mit einer Zinsgarantie von sechs Monaten.
Was mir in meiner Zeit in der Bankberatung immer wieder aufgefallen ist: Der beworbene Zinssatz und der tatsächlich gezahlte Zinssatz können weit auseinanderliegen. Manche Banken bewerben den Neukundenzins, berechnen den Bestandskunden aber deutlich weniger. Lies deshalb immer das Kleingedruckte, bevor du wechselst.
Die bekanntesten Anbieter in Deutschland sind derzeit Trade Republic, Scalable Capital und comdirect. Alle drei werben aggressiv um Neukunden und locken mit hohen Tagesgeld-Zinsen. Aber welcher Anbieter passt wirklich zu dir?
Trade Republic ist vielen Einsteigern als Broker für ETF-Sparpläne bekannt. Das Berliner Fintech bietet mittlerweile aber auch ein Tagesgeldkonto an, und das mit einem Zinssatz von 4 Prozent pro Jahr. Auf den ersten Blick ein Top-Deal, wenn du ohnehin schon ein Depot bei Trade Republic hast.
Die 4 Prozent gelten allerdings nur für Neukunden und sind zeitlich begrenzt. Nach Ablauf der Aktion sinkt der Zinssatz auf das aktuelle Niveau des Marktes, das liegt derzeit bei rund 2 Prozent. Außerdem gibt es eine Obergrenze für die Verzinsung: Nur Beträge bis 50.000 € werden zum hohen Zinssatz verzinst.
Ein weiterer Punkt, den du beachten solltest: Trade Republic ist eine Online-Bank mit Sitz in Berlin, die ihre Einlagen bei einer Partnerbank in Deutschland verwahrt. Die Einlagensicherung gilt bis 100.000 € pro Kunde, genau wie bei jeder anderen EU-Bank auch.
Was mir an Trade Republic gefällt: Die App ist einfach zu bedienen, das Konto ist in wenigen Minuten eröffnet, und du kannst das Tagesgeldkonto direkt mit dem Brokerage-Konto verknüpfen. Was mich stört: Die Kommunikation bei Zinsänderungen läuft fast nur per E-Mail, das haben einige Kunden in Foren kritisiert.
Scalable Capital wirbt derzeit mit einem Tagesgeld-Zinssatz von 3,75 Prozent pro Jahr. Das ist etwas weniger als die 4 Prozent der Konkurrenz, dafür gibt es keine so strenge Deckelung der Anlagesumme. Das Konto eignet sich gut für Anleger, die größere Beträge zwischenparken wollen.
Anders als bei vielen klassischen Tagesgeld-Anbietern ist das Konto bei Scalable Capital direkt mit dem Brokerage-Konto verknüpft. Das heißt: Du kannst jederzeit zwischen Tagesgeld und Wertpapieren wechseln, ohne lange Überweisungszeiten in Kauf zu nehmen. Für aktive Anleger ist das ein echter Vorteil.
Auch hier gilt: Der hohe Zinssatz ist eine Neukunden-Aktion. Nach sechs Monaten fällt der Zinssatz auf das reguläre Niveau. Bei Scalable Capital ist das aktuell ein variabler Zinssatz, der an den Leitzins der EZB gekoppelt ist. Du solltest dich also nicht darauf verlassen, dass die 3,75 Prozent ewig halten.
Die Kontoeröffnung bei Scalable Capital ist kostenlos, es fallen keine monatlichen Gebühren an. Du brauchst allerdings ein Depot, um das Tagesgeldkonto mitnutzen zu können. Das ist ein Unterschied zu reinen Tagesgeld-Anbietern, die ohne Depot auskommen.
Die comdirect gehört zur Commerzbank-Gruppe und ist eine der bekanntesten Online-Banken in Deutschland. Aktuell bietet comdirect 3,90 Prozent Tagesgeld mit einer Zinsgarantie von sechs Monaten an. Das ist eine solide Mischung aus hohem Zinssatz und Planungssicherheit.
Die 3,90 Prozent gelten für Neukunden ab einem Mindestanlagebetrag von 1 €. Nach oben hin gibt es eine Grenze: Maximal 50.000 € werden zum Aktionszins verzinst. Beträge darüber hinaus werden zum Standardzinssatz verzinst, der aktuell bei etwa 1,5 Prozent liegt.
Was comdirect von reinen Fintechs unterscheidet: Du hast einen deutschen Ansprechpartner, eine etablierte Bank im Hintergrund und die volle Einlagensicherung Deutschlands. Für konservative Sparer, die großen Wert auf Sicherheit legen, ist das ein echtes Argument.
Außerdem kannst du das Tagesgeldkonto mit dem comdirect-Depot verbinden. Das ist praktisch, wenn du ohnehin schon ETF-Sparpläne oder Einzeltitel über comdirect handelst. Die Plattform ist allerdings nicht so schick und modern wie die Apps von Trade Republic oder Scalable Capital, dafür aber funktional und übersichtlich.
Die wenigsten Banken sprechen offen darüber, was nach Ablauf der Zinsaktion passiert. Ich habe mir die Geschäftsbedingungen der drei genannten Banken angeschaut und kann dir sagen: Es gibt drei typische Szenarien.
Im ersten Szenario sinkt der Zinssatz auf das allgemeine Marktniveau. Das ist der Normalfall. Aus 4 Prozent werden dann 1,5 bis 2 Prozent, je nach Leitzins. Im zweiten Szenario bekommst du als Bestandskunde eine neue Aktion angeboten, oft aber mit schlechteren Konditionen als für Neukunden. Im dritten Szenario bleibt der Zinssatz gleich, weil die Bank dauerhaft gute Konditionen bieten will. Das ist selten, aber es gibt Ausnahmen.
Mein Tipp aus der Praxis: Plane von Anfang an ein, dass der hohe Zinssatz nicht ewig hält. Setz dir eine Erinnerung im Kalender, vier Wochen vor Ablauf der Aktion. Dann hast du genug Zeit, um zu prüfen, ob es einen besseren Anbieter gibt oder ob du das Geld woanders anlegen willst.
Eine beliebte Strategie unter erfahrenen Sparern ist das sogenannte Tagesgeld-Hopping. Du eröffnest alle paar Monate ein neues Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank und nutzt so immer wieder die Neukunden-Konditionen. Das ist legal, kostet aber Zeit und Nerven. Für die meisten Einsteiger lohnt sich das nicht.
Damit du die Angebote besser vergleichen kannst, habe ich die wichtigsten Konditionen in einer Tabelle zusammengefasst. Die Daten gelten für den Stand 2026 und können sich jederzeit ändern.
| Anbieter | Zinssatz | Zinsgarantie | Max. Anlagesumme | Einlagensicherung |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | 4,00 % | 4 Monate | 50.000 € | Bis 100.000 € |
| Scalable Capital | 3,75 % | 6 Monate | Keine Grenze | Bis 100.000 € |
| comdirect | 3,90 % | 6 Monate | 50.000 € | Bis 100.000 € |
Was fällt dir auf? Trade Republic hat den höchsten Zinssatz, aber die kürzeste Garantiezeit. Scalable Capital verzinst unbegrenzt, dafür aber etwas weniger. Und comdirect liegt preislich in der Mitte, mit der längsten Garantiezeit zusammen mit Scalable Capital. Welcher Anbieter zu dir passt, hängt davon ab, wie lange du das Geld anlegen willst und ob du ein Depot brauchst.
Vier Prozent Tagesgeld ist nicht immer die beste Wahl. Es kommt darauf an, was du mit dem Geld vorhast. Ich sage es dir ehrlich: Tagesgeld ist eine Parkposition, kein dauerhaftes Investment.
Wenn du kurzfristig Geld brauchst, etwa für eine Anzahlung, eine Reparatur oder eine größere Anschaffung, dann ist Tagesgeld perfekt. Du bekommst mehr Zinsen als auf dem Girokonto und kannst trotzdem jederzeit drankommen. In diesem Fall sind 4 Prozent ein echter Gewinn.
Wenn du langfristig Vermögen aufbauen willst, ist Tagesgeld aber die falsche Wahl. Selbst 4 Prozent Zinsen schlagen nicht die Rendite, die du mit einem breit gestreuten ETF-Portfolio über 15 oder 20 Jahre erzielen kannst. Historisch lag die durchschnittliche Aktienrendite bei rund 7 bis 8 Prozent pro Jahr, nach Inflation.
Außerdem solltest du die Inflation im Blick behalten. Wenn die offizielle Teuerung bei 2,5 Prozent liegt und dein Tagesgeld 4 Prozent abwirft, hast du real nur 1,5 Prozent mehr auf deinem Konto. Das klingt wenig, ist aber immer noch besser als ein Girokonto mit 0 Prozent Zinsen.
Ein häufiger Fehler, den ich in meiner Beratungszeit gesehen habe: Leute parken ihr gesamtes Erspartes auf dem Tagesgeldkonto, weil sie die Aktienmärkte scheuen. Das ist verständlich, aber finanziell suboptimal. Eine vernünftige Aufteilung sieht so aus: 3 bis 6 Monatsgehälter als Notreserve auf dem Tagesgeld, der Rest langfristig in ETFs oder anderen Anlageklassen.
Ein Punkt, der gerne übersehen wird: Die Zinsen auf dem Tagesgeldkonto sind steuerpflichtig. In Deutschland fällt die Kapitalertragsteuer an, die bei 25 Prozent plus Soli liegt. Macht zusammen rund 26,375 Prozent vom Zinsertrag.
Rechnen wir das mal durch: 4 Prozent Zinsen auf 10.000 € sind 400 € im Jahr. Davon gehen 105,50 € ans Finanzamt. Bleiben dir 294,50 € übrig, was einer Nettorendite von 2,945 Prozent entspricht. Das ist immer noch deutlich mehr als auf dem klassischen Sparbuch, aber die Illusion von 4 Prozent ist damit vorbei.
Es gibt aber eine gute Nachricht: Du hast einen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Jahr (bei Zusammenveranlagung 2.000 €). Solange deine gesamten Kapitalerträge darunter bleiben, fällt keine Steuer an. Für die meisten Einsteiger mit kleineren Tagesgeld-Beträgen ist das mehr als ausreichend.
Wenn du ein Depot bei Trade Republic, Scalable Capital oder comdirect hast, wird die Steuer automatisch abgeführt. Du musst nichts weiter tun, die Bank kümmert sich darum. Achte aber darauf, dass du deinen Freistellungsauftrag richtig verteilt hast, sonst wird zu viel Steuer einbehalten.
Die Kontoeröffnung bei allen drei Banken läuft komplett online ab. Du brauchst deinen Personalausweis, eine stabile Internetverbigung und etwa 10 Minuten Zeit. Ich gehe mit dir die Schritte einmal durch.
Schritt 1: Lade die App herunter oder öffne die Webseite des Anbieters. Bei Trade Republic und Scalable Capital geht beides, bei comdirect läuft die Eröffnung klassisch über die Webseite.
Schritt 2: Gib deine persönlichen Daten ein. Name, Adresse, Geburtsdatum, Steuer-ID. Die Bank braucht diese Informationen, um dich zu identifizieren und die Steuer korrekt abzuführen.
Schritt 3: Identifiziere dich per Video-Ident oder Post-Ident. Bei den meisten Anbietern funktioniert das per Video-Ident in 2 Minuten. Halte dafür deinen Ausweis bereit.
Schritt 4: Überweise das gewünschte Startkapital auf das neue Konto. Bei den meisten Banken dauert es 1 bis 2 Werktage, bis das Geld da ist und die Verzinsung startet.
Mein Tipp: Überweise nicht zu viel Geld auf einmal, wenn du unsicher bist. Fang mit 5.000 € an, prüfe ein paar Wochen lang, ob alles funktioniert, und überweise dann den Rest. So gehst du kein unnötiges Risiko ein.
Vier Prozent Tagesgeld sind im Jahr 2026 ein solides Angebot, aber kein Grund, alle anderen Geldanlagen über den Haufen zu werfen. Die drei genannten Banken bieten faire Konditionen, wenn du die Spielregeln verstehst und die Zinsaktion als das nimmst, was sie ist: ein zeitlich begrenztes Angebot für Neukunden.
Meine Empfehlung: Nutz das hohe Tagesgeld-Angebot als kurzfristige Parkposition für Geld, das du in den nächsten 12 Monate brauchst. Leg es nicht langfristig dort an, sondern lass es nicht zu, dass dein Geld still auf der hohen Kante liegt. Auch 4 Prozent Zinsen sind kein Ersatz für eine durchdachte Anlagestrategie.
Wenn du bereit bist, etwas mehr Risiko einzugehen, dann schau dir ETFs an. Ein monatlicher Sparplan auf einen globalen Aktien-ETF ist auch für Einsteiger machbar, kostet oft weniger als 1,50 € pro Sparrate und hat langfristig das Potenzial für deutlich mehr Rendite als jedes Tagesgeldkonto. Aber das ist ein anderes Thema, das ich in einem separaten Artikel aufgreife.
Kurz gesagt: 4 Prozent Tagesgeld sind ein guter Deal, wenn du die Bedingungen kennst. Drei Banken bieten Spitzenzinsen, aber eben nur unter klaren Voraussetzungen. Lies das Kleingedruckte, plane für den Tag nach der Aktion, und nutz das hohe Zinsniveau, solange es da ist. Mehr kann dir kein Anbieter der Welt versprechen.
Ja, innerhalb der EU gilt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank. Selbst wenn die Bank pleitegeht, bekommst du dein Geld zurück. Trade Republic, Scalable Capital und comdirect verwahren Einlagen über deutsche Partnerbanken.
Tagesgeld bedeutet, dass du theoretisch täglich an dein Geld kommen kannst. In der Praxis gibt es je nach Bank eine Begrenzung auf 1 bis 2 Abhebungen pro Tag. Für die meisten Sparer ist das mehr als ausreichend.
Nein, die Bank führt die Kapitalertragsteuer automatisch ab, sofern du ein Depot oder Konto bei der jeweiligen Bank hast. Du musst nur deinen Freistellungsauftrag korrekt ausfüllen, sonst wird zu viel Steuer einbehalten.
Ja, das ist problemlos möglich. Viele Sparer nutzen das sogenannte Tagesgeld-Hopping, um immer wieder von Neukunden-Aktionen zu profitieren. Du brauchst dafür aber etwas Disziplin und einen Überblick über die jeweiligen Fristen.
Das hängt von deinem Anlageziel ab. Für kurzfristige Rücklagen ist Tagesgeld perfekt, für den langfristigen Vermögensaufbau sind ETF-Sparpläne meistens die bessere Wahl. Eine sinnvolle Strategie kombiniert beides: 3 bis 6 Monatsgehälter als Notreserve, der Rest in ETFs.
Weißt du schon, was sich bei deinem eigenen Wechsel konkret ändert?
Zum Wechsel-Check →Prüfdatum: 24. Juni 2026
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