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Scalable Altersvorsorge-Depot: 0,15 % ETF-Kosten als Kampfansage

9 Min. Lesezeit Leser

Redaktionelle Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Markt- und Konditionsangaben sind Momentaufnahmen; prüfe aktuelle Bedingungen vor einer Entscheidung direkt beim Anbieter.

Das Wichtigste in Kürze
  • Scalable Capital kündigt fürs Altersvorsorgedepot ETF-Kosten von max. 0,15 % p.a. an
  • Im ersten Jahr sollen die ETF-Kosten sogar bei null liegen
  • Der gesetzliche Kostendeckel von 1,00 % betrifft Effektivkosten, nicht die ETF-Gebühr
  • Bei 30 Jahren Laufzeit macht der Kostenunterschied bis zu 26.000 Euro aus
  • Der Vorstoß setzt Banken, Versicherer und andere Anbieter unter Preisdruck

Es klingt erst einmal harmlos, wenn ein Neobroker ETF-Kosten von 0,15 Prozent pro Jahr verspricht. Doch genau diese Zahl ist eine Kampfansage an den gesamten Markt. Scalable zeigt es beim Altersvorsorge-Depot: Wer bei der neuen Rente zu viel verlangt, bekommt Probleme. Denn der Anbieter prescht vor dem offiziellen Start am 1. Januar 2027 mit einem Preisversprechen vor, das die Konkurrenz zwingt, ihre eigenen Konditionen zu rechtfertigen.

Warum kostet ein ETF beim Altersvorsorgedepot plötzlich nur noch 0,15 Prozent?

Scalable Altersvorsorge-Depot: 0,15 % ETF-Kosten als Kampfansage

Scalable Capital plant für das geplante Standarddepot ETF-Produktkosten von höchstens 0,15 Prozent pro Jahr. Im ersten Jahr sollen sie sogar bei null liegen. Das ist bemerkenswert niedrig, denn ETF-Kosten sind die laufenden Gebühren, die ein Fondsanbieter für Verwaltung und Management berechnet.

Noch ist das allerdings eine Ankündigung. Das endgültige Produkt muss die gesetzlichen Vorgaben erfüllen und zertifiziert werden. Erst danach steht fest, was Scalable wirklich verlangen wird.

Trotzdem zeigt der Vorstoß jetzt schon, wohin die Reise geht. Der Anbieter positioniert sich vor dem offiziellen Start als Preisführer und nimmt die etablierten Wettbewerber in die Zange.

Was bedeutet der gesetzliche 1-Prozent-Deckel wirklich?

Der Gesetzgeber hat für das Standarddepot einen Kostendeckel von 1,00 Prozent pro Jahr festgelegt. Viele Sparer denken jetzt, die ETF-Gebühr sei direkt auf 1,00 Prozent gedeckelt. Das stimmt so nicht.

Der Deckel bezieht sich auf die sogenannten Effektivkosten. Diese Kennzahl zeigt, um wie viele Prozentpunkte die Kosten die durchschnittliche jährliche Rendite eines Vertrags über die gesamte Laufzeit mindern. ETF-Gebühren sind nur ein Baustein davon, daneben fließen Verwaltungs- und Produktkosten in die Rechnung ein.

Die angekündigten 0,15 Prozent von Scalable lassen sich deshalb nicht 1:1 mit dem gesetzlichen Limit vergleichen. Ob die gesamten Effektivkosten tatsächlich deutlich unter 1,00 Prozent bleiben, lässt sich erst beurteilen, wenn die vollständigen Produkt- und Preisunterlagen vorliegen.

Warum Scalable beim Altersvorsorge-Depot nicht aus Nächstenliebe handelt

Ein Altersvorsorgedepot ist für jeden Anbieter ein attraktives Ankerprodukt. Wer seine staatlich geförderte Altersvorsorge über Jahrzehnte bei einer Bank führt, bleibt dem Anbieter treu und nutzt mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Finanzprodukte.

Scalable geht es deshalb um einen frühen Platz in einem neuen Markt. Das Standarddepot soll einfach aufgebaut sein und Standardeinstellungen bieten, damit sich Einsteiger nicht überfordert fühlen. Diese Strategie erklärt, warum der Neobroker den Preis aggressiv nach unten drückt.

Der Clou: Wer jetzt lautstark mit den niedrigsten Kosten wirbt, sichert sich Aufmerksamkeit und Kunden, bevor der Wettbewerb überhaupt richtig begonnen hat. Wer bei der neuen Rente zu viel verlangt, bekommt deshalb genau dieses Problem: Die Kunden wandern dorthin, wo die Rechnung am Ende stimmt.

Wo liegt der Haken bei den 0,15 Prozent?

Die niedrigen ETF-Produktkosten gelten nach der bisherigen Ankündigung ausschließlich für das Standarddepot. Wer die freie Anlagevariante wählt, muss mit anderen Fondskosten rechnen, je nach Wertpapier.

Auch zu Ordergebühren gibt es bereits erste Angaben: einzelne Käufe und Verkäufe sollen im kostenlosen Tarif 0,99 Euro kosten, im Prime-Tarif für 4,99 Euro im Monat dagegen nichts. Bis zum geplanten Start am 1. Januar 2027 können sich diese Details allerdings noch ändern.

Sparer sollten also genau hinschauen, in welchem Tarif sie ihr gefördertes Depot führen und welche Fonds sie auswählen. Der günstige ETF-Kostensatz allein macht noch keinen günstigen Vertrag.

Was du jetzt schon über die Preise weißt

  • ETF-Kosten Standarddepot: max. 0,15 % p.a., im ersten Jahr 0 %
  • Ordergebühren Free-Tarif: 0,99 € pro Kauf oder Verkauf
  • Ordergebühren Prime-Tarif: 0 €, monatliche Gebühr 4,99 €
  • Gesetzlicher Effektivkosten-Deckel: 1,00 % pro Jahr
  • Geplanter Marktstart: 1. Januar 2027

Warum machen 0,15 Prozent über 30 Jahre bis zu 26.000 Euro Unterschied?

Kosten wirken über lange Zeiträume wie ein Zinseszinseffekt, nur in die falsche Richtung. Ein Beispiel aus dem Faktenblock verdeutlicht das: Ein Sparer zahlt monatlich 150 Euro ein und erhält die maximale Grundzulage von 540 Euro im Jahr. Bei einer angenommenen Rendite von 6 Prozent vor Kosten und 30 Jahren Laufzeit ergibt sich ein Endvermögen von rund 185.000 Euro bei 0,15 Prozent Kosten. Bei 1,00 Prozent Kosten sind es nur rund 159.000 Euro. Der Unterschied: rund 26.000 Euro.

Diese Modellrechnung ist keine Prognose und keine exakte Berechnung der gesetzlichen Effektivkosten. Tatsächliche Renditen schwanken, Kosten fallen nicht zwingend in dieser vereinfachten Form an, und auch Steuern sowie Auszahlungsregeln spielen später eine Rolle.

Trotzdem macht die Rechnung deutlich, wie stark kleine Kostenunterschiede das Endvermögen bei einem langfristigen Sparprozess verändern können. Über Jahrzehnte entscheidet jeder Basispunkt darüber, ob du mit einer stattlichen Zusatzrente planen kannst oder mit deutlich weniger auskommen musst.

Vergleich auf einen Blick: Welche Kosten treiben die Rechnung?

Posten Standarddepot (geplant) Freie Anlagevariante
ETF-Produktkosten max. 0,15 % p.a., erstes Jahr 0 % abhängig vom Wertpapier
Ordergebühren Free 0,99 € pro Trade 0,99 € pro Trade
Ordergebühren Prime 0 € (4,99 €/Monat) 0 € (4,99 €/Monat)
Gesetzlicher Effektivkosten-Deckel 1,00 % p.a. 1,00 % p.a.
Mindesteinlage Sparplan 1 € 1 €
Depotführung kostenlos kostenlos

Wer gerät jetzt unter Zugzwang?

Der Vorstoß von Scalable setzt Banken, Versicherer und andere Anbieter unter Druck, lange bevor das erste staatlich geförderte Depot überhaupt auf den Markt kommt. Denn wer jetzt ein teures Produkt ankündigt, muss erklären, warum es die Differenz wert sein soll.

Ein Niedrigpreis-Signal funktioniert in jungen Märkten besonders gut. Sparer, die sich gerade erst mit dem Thema beschäftigen, merken sich den Anbieter mit der kleinsten Zahl. Der Wettbewerb um die künftigen Vorsorge-Milliarden hat deshalb längst begonnen, auch wenn die reguläre Antragsphase erst in einigen Monaten startet.

Du als Sparer profitierst von dieser Dynamik. Denn am Ende landen die Preise dort, wo die Konkurrenz sie zwingt: nach unten.

Was kostet dich das Scalable-Depot abseits der ETF-Gebühr?

ETF-Kosten sind nur ein Teil der Gesamtrechnung. Wer das komplette Preisbild versteht, muss auch die Ordergebühren und Tarifmodelle im Blick behalten. Scalable Capital ist als BaFin-regulierte Wertpapierhandelsbank im Jahr 2014 gegründet worden und bietet heute ein kostenloses Depot mit Sparplänen ab 1 Euro Mindesteinlage an.

Die Depotführung ist kostenlos. Im Free-Tarif zahlst du 0,99 Euro pro Order, im Prime-Tarif entfallen Ordergebühren, dafür kostet der Tarif 4,99 Euro im Monat. Die Frage ist: Wie oft handelst du? Wer monatlich einen Sparplan ausführt und ansonsten nichts kauft, kommt mit dem Free-Tarif günstiger. Wer häufiger tradet, spart mit Prime.

Für das Altersvorsorgedepot selbst liegen aktuell noch keine finalen Preisdetails vor. Die bisherigen Angaben beziehen sich auf Ankündigungen. Bis zum geplanten Start am 1. Januar 2027 können sich die Konditionen also noch ändern.

Wer profitiert, wer zahlt drauf?

  • Einsteiger mit Standarddepot: niedrige ETF-Kosten, einfache Bedienung, kein Tarifstress
  • Viel-Trader mit Prime-Tarif: keine Ordergebühren, dafür monatliche Fixkosten
  • Selten-Handler mit Free-Tarif: keine Fixkosten, aber 0,99 € pro Trade
  • Sparer mit freier Anlagevariante: höhere Flexibilität, aber Fondskosten je nach Wertpapier

Passt Scalable auch beim Thema KI ins Bild?

Scalable Altersvorsorge-Depot: 0,15 % ETF-Kosten als Kampfansage — Konzept

Nur wenige Tage nach der Kostenankündigung fürs Altersvorsorgedepot legt Scalable mit einem weiteren Vorstoß nach: Kunden können ihr reguläres Depot direkt über KI-Assistenten wie ChatGPT, Claude oder Grok verwalten. Scalable nennt das Konzept „Agentic Investing“ und bezeichnet sich als erste Bank Europas mit diesem Angebot.

Über den Chat lassen sich laut Unternehmensangaben Depotbestände analysieren, Watchlists erstellen, Preisalarme setzen und Wertpapierorders vorbereiten. Ausgeführt wird ein Kauf oder Verkauf aber erst, wenn der Kunde ihn selbst bestätigt. Vollständig autonom handeln die KI-Assistenten also nicht. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen dafür monatelang mit der BaFin gesprochen.

Für das Altersvorsorgedepot ist das noch keine offizielle Ankündigung. Aber es passt ins Bild: Wer schon beim Standardprodukt auf niedrige Kosten und einfache Bedienung setzt, dürfte auch bei der KI-Anbindung nicht lange zögern.

Was du als Sparer jetzt tun solltest

Warte nicht auf den offiziellen Start, wenn du dich schon jetzt mit dem Thema beschäftigen willst. Die Konditionen werden sich weiter ändern, aber die Grundrichtung steht: Niedrige ETF-Kosten und ein klarer 1-Prozent-Deckel bei den Effektivkosten.

Achte bei der Wahl des Anbieters nicht nur auf den ETF-Kostensatz. Effektivkosten, Tarifmodell, Ordergebühren und Fondsauswahl entscheiden am Ende darüber, wie viel Rente dir tatsächlich bleibt. Wer bei der neuen Rente zu viel verlangt, bekommt Probleme, und zwar bei der Kundengewinnung.

Vergleiche Anbieter, lies die finalen Preisunterlagen, wenn sie vorliegen, und entscheide dann, wo du deine geförderte Altersvorsorge parkst. Der Marktstart am 1. Januar 2027 gibt dir noch ein halbes Jahr Zeit, um Angebote zu prüfen.

Drei Punkte, die du im Kopf behalten solltest

  • ETF-Kosten sind nicht alles: Der gesetzliche Deckel gilt für Effektivkosten, nicht für die Fondsgebühr allein.
  • Tarif macht den Unterschied: Free mit 0,99 € pro Order versus Prime mit 4,99 € im Monat passt zu unterschiedlichen Anlegertypen.
  • 26.000 Euro Beispiel: Selbst eine kleine Differenz bei den Kosten entscheidet über Jahrzehnte über fünfstellige Beträge beim Endvermögen.

Fazit: Scalable zeigt, wohin der Markt muss

Scalable zeigt es beim Altersvorsorge-Depot: Wer bei der neuen Rente zu viel verlangt, bekommt Probleme. Die Ankündigung von ETF-Kosten in Höhe von maximal 0,15 Prozent pro Jahr ist ein Preissignal mit Strahlkraft. Im ersten Jahr sollen sie sogar null sein, was den Druck auf Banken, Versicherer und andere Anbieter weiter erhöht.

Für dich als Sparer ist das grundsätzlich eine gute Nachricht. Denn über Jahrzehnte entscheidet jeder Prozentpunkt Kosten darüber, ob aus deiner staatlich geförderten Altersvorsorge ein solides Zusatzeinkommen wird oder ein durchschnittliches. Das Modellbeispiel mit 26.000 Euro Unterschied macht das anschaulich, auch wenn es keine Prognose ist.

Behalte die finalen Preisunterlagen im Blick, vergleiche Anbieter, und entscheide dann, wo du deine geförderte Vorsorge führst. Der Wettbewerb um die künftigen Vorsorge-Milliarden läuft, und du kannst davon nur profitieren.

Häufige Fragen

Was kostet ein ETF beim Scalable Altersvorsorge-Depot konkret?

Scalable Capital hat für das geplante Standarddepot ETF-Produktkosten von maximal 0,15 Prozent pro Jahr angekündigt. Im ersten Jahr sollen sie sogar bei null liegen. Das ist eine Ankündigung, das endgültige Produkt muss noch zertifiziert werden.

Gilt der 1-Prozent-Deckel direkt für die ETF-Gebühr?

Nein. Der gesetzliche Deckel von 1,00 Prozent pro Jahr bezieht sich auf die Effektivkosten. Das ist die Kennzahl, die zeigt, um wie viele Prozentpunkte die Kosten die durchschnittliche jährliche Rendite über die Laufzeit mindern. ETF-Gebühren sind ein Teil davon, aber nicht alles.

Wann startet das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot?

Der geplante Marktstart ist der 1. Januar 2027. Bis dahin können sich Preise und Details noch ändern.

Was kostet eine Order beim Scalable-Depot?

Im Free-Tarif fallen 0,99 Euro pro Kauf oder Verkauf an. Im Prime-Tarif entfallen Ordergebühren, dafür kostet der Tarif 4,99 Euro im Monat.

Wie viel Unterschied machen die Kosten über 30 Jahre wirklich?

Laut einer vereinfachten Modellrechnung aus der FOCUS-online-Meldung liegt das Endvermögen bei 0,15 Prozent Kosten bei rund 185.000 Euro, bei 1,00 Prozent Kosten nur bei rund 159.000 Euro. Der Unterschied beträgt rund 26.000 Euro. Es handelt sich um ein Beispiel, keine Prognose.

Quelle: Scalable zeigt es beim Altersvorsorge-Depot: Wer bei der neuen Rente zu viel verlangt, bekommt Probleme (www.focus.de)

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Quellen & Prüfdatum

Prüfdatum: 28. August 2026

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